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Historie

Folgend ein kurzer Abriss der Historie der Bibelentstehung und -übersetzung.

Das Alte wie das Neue Testament wurden vor Schriftniederlegung mündlich überliefert. Da diese Form als einzige Form der Überlieferung wichtig für die Menschen war, war sie freilich präziser, als wir uns dies heute vorstellen können. Die Überlieferung geschah von Generation zu Generation und galt als hohe Aufgabe. Zu vergleichen wäre dies mit dem Auswendiglernen von Texten in unserer heutigen Kultur. Der Text der Bibel ist nun sehr umfangreich, so dass es sicherlich eine Menge Arbeit war, sie alle im Kopf zu behalten. Daher wurden im 8. bis 2. vorchristlichen Jahrhundert mündliche wie schriftliche Quellen zusammengetragen und zu einem Werk vereint. Dies gipfelte in der Übersetzung des Alten Testamentes ins Griechische. Die sogenannte Septuaginta (LXX) entstand 300 bis 130 vor Christus. Aus etwa jener Zeit stammen auch die ältesten hebräischen und griechischen Handschriften. Somit existieren Textzeugnisse aus der Zeit der Entstehung der selben.
Das Neue Testament entstand erst, als die ersten Christengemeinden ihre Naherwartung der Wiederkunft Jesu nicht bestätigt sahen und sie es so für notwendig hielten, die Botschaft für die Nachwelt aufzubewahren. Zuerst wurden in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts die vier Evangelien niedergeschrieben. Das älteste gefundene Bruchstück des Neuen Testamentes auf Papyrus datiert aus dem Jahr 125. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts wird der Kanon der hebräischen Bibel durch jüdische Schriftgelehrte festgelegt. Die deuterokanonischen Schriften werden seitdem nur noch griechisch überliefert. Um 200 steht denn auch der Kanon des Neuen Testamentes im Wesentlichen fest. Zeugnisse hiervon geben die Vetus Latina bzw. Vetus Italiana. Die Vetus Syra ist eine Anfang des 4. Jahrhunderts entstandene syrische Übersetzung des Neuen Testamentes, woraus über 100 Jahre später die sogenannte Peschitta hervorgeht. Zwischen 350 und 380 übersetzt Wulfila die Bibel ins Gotische. Die lateinische Vulgata entsteht zwischen 382 und 420 durch Hieronymus, der das AT neu aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzt und das NT revidiert. In der Folge entstehen auch die sogenannten großen Pergament-Kodizes: Codex Vaticanus, Codex Sinaiticus, Codex Alexandrinus, Ephraemi rescriptus, Bezae Cantabrigiensis. Um 500 wird denn auch Wulfilas Gotenbibel in den Codes Argenteus überführt. Im 8. bis 10. Jahrhundert arbeiten die Masoreten am hebräischen Text des AT.
In den folgenden Jahrhunderten gab es einige (Teil-)Übersetzungen der Bibel ins deutsche. 1452-1455 entstand die erste gedruckte lateinische Bibel. 1466 wird die erste deutsche Bibel in Straßburg gedruckt. Luthers neues Testament erscheint im September 1522 in Wittenberg. Im März 1529 erscheint die Zürcher Bibel als erste reformatorische Übersetzung des AT und NT. Luthers Übersetzungsarbeit endet 1534 mit Erscheinen der ganzen Bibel in Wittenberg.

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