//
du liest...
Worte

Textkritik

Die Textkritik ist ein wichtiges Werkzeug hin zur Erkenntnis des wahren Wortlautes. Bei den diversen Abschriften, die es von Bibeltexten gibt, gilt es immer zu beachten, aus welchem Grund diese Abschriften erstellt wurden, wer sie erstellt hat und wann. Nicht umsonst findet sich allein in den 4 Evangelien (gleich welcher Übersetzung) eine große Anzahl einander anscheinend widersprechender Angaben. Man muss sich vor Augen halten, dass hier 4 unterschiedliche Autoren mit verschiedenen Lebensprägungen unabhängig voneinander ihre Erinnerungen an ihre Zeit mit Jesus niedergeschrieben haben. Wir kennen diese Problematik aus unseren Tageszeitungen. Das selbe Ereignis wird in verschiedenen Zeitungen unterschiedlich wiedergegeben. Hierbei ergibt sich aus allen Textaussagen ein großes Ganzes, wobei durchaus der eine Text dem anderen (scheinbar!) widersprechen kann. Es könnte sich hierbei um einen Fehler des Autors, eine bewußte Verfälschung oder eine Fehlinterpretation handeln. Bei der Bibel dürfen wir davon ausgehen, dass keiner der Autoren bewußt falsche Informationen wiedergegegben hat. Zudem hat Gott immer an der Entstehung der Berichte und Briefe mitgewirkt, da er uns damit etwas sagen wollte und will. Wo also liegt der Fehler?

Das im Einzelnen herauszufinden ist wohl nur durch unermüdliches Erforschen des Grundtextes möglich. Hierbei werden Funde der Texte aus verschiedenen Regionen und Zeiten verglichen, mit ggfs. vorhandenen historischen Dokumenten abgeglichen und dann in eine gültige Übersetzung überführt. Bei Bibeln mit sogenanntem textkritischen Apparat finden wir zu vielen Bibelstellen Hinweise auf die ggfs. abweichende Lesart in anderen Handschriften, so dass der Leser selbst noch einmal die Möglichkeit hat, den Grundtext zu prüfen.

Somit sollte der Bibel-Leser an solche Textstellen auch entsprechend vorsichtig herangehen und eine Interpretation erst wagen, wenn er sich der ursprünglichen Bedeutung der Wörter vergewissert hat.

(Wolfgang Schneider hat sich der Widerspruchs-Thematik sehr hilfreich angenommen: http://www.bibelcenter.de/bibel/widerspruch/d-wds00.php)

Ein weiterer Ansatz zur Kritik ist die Historizität der Ereignisse, welche in der Bibel wiedergegeben werden. Auch hier hat die Archäologie in jüngster Zeit immer wieder Erstaunliches hervorgebracht, so dass sich ständig Lücken in der Beweiskette füllten. Wo diese noch nicht aufgefüllt sind, mögen wir uns vor Augen halten, dass der Stand derWissenschaft nicht ewig währt und schon Morgen längst anerkannte Tatsachen über den Haufen geworfen werden können.

(siehe Josh McDowell: Die Bibel im Test, ISBN 3-89397-490-3. In jedem Buchladen bestellbar.)

Ein weiterer Punkt sind die in der Bibel aufgezeichneten Wunder. Gleich, ob wir die Schilderungen wortwörtlich nehmen oder für die dichterische Verklärung seinerzeit unverständlicher Ereignisse halten, so muss sich der Glaubende vor Augen halten, dass Gott allmächtig ist. Und dies bedeutet nichts weniger, als dass ihm alles möglichist. So ist es ihm prinzipiell möglich, diese Erde für die aktuellen Forschungsmethoden Milliarden Jahre alt erscheinen zu lassen, wo doch die Schöpfung selbst bei konservativer Auswertung der biblischen Angaben kaum 10000 Jahre her ist. Und natürlich ist es Gott möglich, Wasser zu teilen und Tote zu erwecken. Denn er ist der Herrscherder Welt und Herr über Leben und Tod.

Neues Testament

Es ist eine Tatsache, dass das Neue Testament ursprünglich in griechisch abgefasst wurde. Dies hat seinen Grund darin, dass dies die vorherrschende Sprache des östlichen Mittelmeerraumes in jener Zeit war. Daher liest die griechisch-orthodoxe Kirche ausschließlich aus dem altgriechischen Text. Diesen jedoch für den Originaltext zuhalten, wäre verfehlt. Denn der Originaltext – Handschriften des Paulus oder Petrus bzw. der Evangelisten -sind nach heutigem Wissen nicht mehr vorhanden. Es gibt im deutschen Sprachraum 2 ‚konkurrierende‘ griechische Grundtexte. Konkurrierend deswegen, da unter den ‚Anhängern‘ teils hitzige Diskussionen über die Wahrhaftigkeiten des einen oder anderen Textes geführt werden. Es handelt sich hierbei um den sogenannten Textus Receptus und die von Nestlé und Aland erstellte Edition des Novum Testamentum Graece. Deutsche Übersetzungen fußen entweder auf dem einen oder den anderem Text. Ich möchte hier keineswegs Partei ergreifen für die eine oder andere Seite, sondern vielmehr dazu aufrufen, durch ernsthafte Forschung und kritische Neutralität dem den Vorzug zu geben, der sich durch archäologische Funde am besten bezeugen läßt. Dies können ja sowohl Teile des einen wie des anderen sein.

Advertisements

Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Monatsarchiv

%d Bloggern gefällt das: