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Worte

Was ist Glaube und woher kommt er?

Also, da stellen wir uns mal ganz dumm und fragen uns, was ist Glaube eigentlich? Allgemein ist Glaube Für-wahr-halten. Ich halte etwas für wahr und richtig, was ich ggfs. nicht selbst nachprüfen kann oder will. Wenn mir Morgens aus dem Radio entgegenplärrt, es sei 6 Uhr, dann glaube ich das meist auch, ohne auf die Uhr zu sehen. Wenn der Wetterbericht Regen voraussagt, so glaube ich dies meist, ist von Sonnenschein die Rede, so hoffe ich zwar darauf, vertraue dem Bericht jedoch nicht. Also wächst Glaube auch mit der Erfahrung. Wenn ich von jemandem immer nur die Wahrheit höre, vertraue ich ihm am Ende blindlings. So funktionieren wir Menschen nun mal.

Um so schwerer tun wir uns freilich mit Dingen, die nie zuvor ein Mensch überprüft hat. Es mag zwar Berichte aus einer fernen Zeit geben, aber wie vertrauenswürdig sind diese wohl? Um die Vertrauenswürdigkeit der Bibel zu festigen, sichten Forscher unermüdlich jeden noch so kleinen Papierschnippsel alter Handschriften, die auch nur im entferntesten einen Bezug zum Leben Jesu oder der Apostel haben. Geschichtsschreiber jener Zeit werden ebenso zu Rate gezogen wie Grabinschriften. Die Sprache spielt hierbei keine Rolle, jede Information ist wichtig.

Wir wissen heute, dass das Alte Testament ursprünglich in Hebräisch vorlag und sein Kanon wohl einige hundert Jahre vor der Zeitrechnung festlag. Es ist der Text, den die Juden auch heute noch als ihre heilige Schrift nutzen. Das Neue Testament dagegen wurde ursprünglich in Griechisch abgefasst, weil dies die damalige Sprache im östlichen Teil des Mittelmeers war. Somit ist griechischer Text aus jener Zeit der mit Abstand originalgetreueste, anderssprachige Texte sind wie alle Übersetzungen generell fehlerbehaftet, da nicht jedes Wort der einen Sprache eine wirklich korrekte Enstprechung in der anderen Sprache hat bzw. auch Sinnzusammenhänge nicht in jeder Sprache korrekt wiedergegeben werden können. Vergleichen Sie einfach mal eine Lutherbibel mit dem Text der Gute Nachricht-Übersetzung. Sie werden erstaunt sein, welche Unterschiede Sie zu sehen bekommen. Und dennoch: welcher Text ist wohl wahrhaftiger? Wer kommt dem Original am nächsten? Diese Frage wird sich immer stellen und ihre Beantwortung hängt auch vom Standpunkt des Betrachters ab.

Dennoch ist die Bibel unsere erste Kontaktadresse zu Gott. Hier offenbart er sich uns und zeigt uns seine Pläne. Er tut uns seinen Willen kund und gibt uns Anleitungen zu einem gottgefälligen Leben. Wenn wir uns der Bibel unbedarft nähern und ihre Geschichten lesen, so erfahren wir von Männern und Frauen(!), die mit Gott gelebt haben, die mit ihrem Glauben gerungen haben und die mal verloren und mal gewannen. Menschen wie du und ich. Keine Super-Heiligen, die mit Gott eine Schneise in die Geschichte geschnitten haben, sondern ganz normale Leute. Leute mit Zweifeln, Fehlern und einem eigenen Willen. Ganz wie ich.

Und das ist schon mal die erste Erkenntnis. Ein Buch, das von Menschen erzählt, die all das schon einmal durchgemacht haben, vor dem ich jetzt stehe. Irgendwie sympathisch.

Dann kommen die Geschichten von Jesus. Ein echt toller Typ, der immer zu dem stand, was er sagte und ohne Fehl und Tadel war. Dennoch war er vielen seiner Mitmenschen ein Dorn im Auge. Dafür musste er sterben. Und damit war es vorbei. Aber halt! Jesus hat von sich behauptet, er wäre Gottes Sohn. Gott selbst hat ihn bestätigt darin. Und dann stirbt so einer einfach? Wie kann das sein? Warum hat er sich seinen Feinden ergeben? Wie konnte er den Verrat aus den eigenen Reihen zulassen?

Es war seine Aufgabe. Er sollte für die Sünden der Menschen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft büßen. Für nichts anderes war er auf die Welt gekommen und sein letztes Wort ist denn auch:

Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Mt 27,46)

 Gottes eigener Sohn fühlt sich von seinem Vater verlassen. Er spürt die unendliche Last aller Sünden dieser Welt auf seiner Schulter und kann es nicht ertragen. Er ist überzeugt, dass Gott ihm nicht mehr beisteht wegen all dieser Sünden. Er gibt sich auf.

Doch dann passiert das größte Wunder aller Zeiten: 3 Tage später ist Jesus wieder da! Nicht, als wäre nichts gewesen. Nein, man kann seine Wunden noch erkennen und selbst seine Jünger erkennen ihn kaum wieder, weil sie es einfach nicht fassen können. Und nun kann es jeder erkennen: durch ihn, Jesus Christus, kommen wir alle zum ewigen Leben. Wer an ihn glaubt, wird ihm folgen; durch den Tod hindurch. Wenn wir ihm unser Leben übergeben, sind wir gerettet!

Doch dazu braucht es Erkenntnis: Ich habe gesündigt. Und wir müssen umkehren: Herr, hilf mir in meiner Not. Gott schenkt uns daraufhin den Glauben: Herr ich glaube an dich und will dir folgen.

Der Glaube ist also Gottes Gnadengeschenk an uns. Es ist das fühlbare Zeichen seiner liebevollen Annahme.

Schlagt dieses Geschenk nicht aus.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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