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Cecil B. DeMille’s Die Zehn Gebote

Monumental? Ja! Bibeltreu? In Teilen. Aber so war das eben in Holly­wood, und so wird es auch bleiben. Der Film hat eine Gesamtlänge von 222 Minuten und verbringt die ersten zwei Stunden mit eindrück­lichen Schilderungen des Lebens in Ägypten vor dem Auszug der Is­raeliten. Die aus der Bibel bekannten Fakten werden angereichert mit den Hollywood-üblichen romantischen Verstrickungen: eine Toch­ter des Pharao begehrt den jungen Moses, während schon frühzeitig Josua in die Geschichte eintritt und eine unglückliche Liebe erlebt. Josua tritt als jugendlicher Rebell auf, stellvertretend für die 50er Jahre Jugend Amerikas und später auch Deutschlands. Der Film strotz hier nur so von Monumentalität. Ein heute unbezahlbares Heer von Statisten zeigt die Israeliten beim Bau einer neuen Stadt, die Pa­lastfeste strahlen in buntestem Technicolor. Auf der DVD findet sich den auch der Hinweis: Based upon the HOLY SCRIPTUERS and other ancient and modern writings (Basiert auf den Heiligen Schriften und anderen alten und modernen Schriften). Für Lokalkolorit ist je­denfalls eindrücklich gesorgt. Doch dann wird Moses (Charlton He­ston) in die Wüste verbannt und landet in Midian. Dort hat Moses nach vielen Jahren seine Begegnung mit Gott. Fortan ist seine Haar­pracht stilsicher nach hinten hochgefönt und sein Bart ordentlich ge­kämmt. (So stellte sich Hollywod das eben vor.)

Moses tritt von nun an (ohne Aaron!) dem Pharao (Yul Brynner) ent­gegen und tut all die überlieferten Zeichen, von denen wir einige se­hen dürfen, andere werden aus dem Off erzählt. Auch die Nacht zum ersten Passah ist sehr eindrücklich, wenn auch frei interpretiert, dar­gestellt. Worauf man bei Moses-Verfilmungen ja immer wartet, ist hier freilich perfekt umgesetzt: die Teilung des Schilfmeeres. Ebenso die Übergabe der Zehn Gebote. Auch bei dem Strafgericht Gottes über die Israeliten nach Anbetung des goldenen Kalbes spart Holly­wod keine Kosten: Erdbeben und aufklaffende Erde verschlingen einen Teil des Volkes.

Was bleibt ist fettes Monumentalkino, aber ein schaler Beige­schmack: zu dick aufgetragen und an manch wichtiger Stelle ge­patzt.

  • Drehbuch: gut
  • Spezialeffekte: sehr gut
  • Evangelisationswert: bietet guten Gesprächsstoff, insbesondere zur Korrektur
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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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