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Rudolf Ebertshäuser: Fremdes Feuer im Heiligtum Gottes

Rudolf Ebertshäuser untersucht in seinem Buch den Gebrauch von Lobpreisliedern im charismatischen Gottesdienst. Dort werden die Lieder dazu genutzt, um Gefühle zu erzeugen und den Menschen so vorzugaukeln, sie hätten besonderen Kontakt zum Heiligen Geist. Ebertshäuser leitet die biblische Praxis der (musikalischen) Anbetung vom Alten Testament her und kommt folgerichtig zu dem Schluss, dass ständige Wiederholung von Liedtexten unter Einsatz entsprechend emotionaler, erregender Musik ganz sicher nicht Gott ‚herbeiruft‘. Somit ist Musik, die zu einem solchen Zweck eingesetzt wird und sich zudem völlig sämtlichen weltlichen Einflüssen geöffnet hat, nicht nur nicht gottesdiensttauglich, sondern gehört überhaupt nicht an eines Christen Ohren. Im zweiten Teil seines Buches will Ebertshäuser biblische Maßstäbe zur Beurteilung geistlicher Musik geben. Leider konzentriert er sich hierbei ausschließlich auf die in charismatischen Gemeinden genutze (und ausgenutzte) Musik. Diese Form der Musik und Musiknutzung ist sicher zu verurteilen. Darf dann aber kein Christ seine eigenen Erfahrungen mit Musik untermalt für alle zu Gehör bringen? Darf ein Christ nicht die kleinen und großen Wahrheiten aus Gottes Wort musikalisch einem Publikum zu Gehör bringen, um z.B. zu evangelisieren oder denen ‚Milch‘ zu geben, welche noch kein Fleisch vertragen (vgl. 1 Kor. 3,2)? Ebertshäuser beschränkt sich (leider) auf die Verurteilung charismatischer Lobhudelei. Das ist sicher richtig, aber einseitig. So wird er denn auch im 3. Teil des Buches nicht müde, entsprechende Beispiele anzubringen. Das wird auf Dauer etwas eintönig. Ob wir als Christen somit sämtliche moderne christliche (Pop-)Musik zu meiden haben, möge jeder selbst anhand der Bibel entscheiden. Dass wir Lobpreis in und außerhalb des Gottesdienstes mit lauterem Herzen und ohne äußere Treiber allein vom Geist geleitet darbringen sollen, ist, denke ich, unbestreitbar. Ebertshäuser warnt als ehemaliger Charismatiker vor den Folgen falschen Lopreises. Damit tut er recht. Und dafür ist das Buch hilfreich.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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