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Fundamentalismus

Was ist Fundamentalismus?

Fundamentalismus ist allgemein gesehen eine Überzeugung, die sich zu ihrer Rechtfertigung auf eine Grundlage beruft, die auf einer Letztbegründung beruhe. (Q: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus, eingesehen am 12.1.2010).

Ich möchte mich zunächst dem Begriff nähern. Jemand, der eine Grundlage hat, hat ein Fundament, so wie z.B. ein Haus. Wenn eine Person ein geistiges oder auch geistliches Fundament hat, so hat sie eine Grundlage für ihr Leben. Die hier erwähnte Letztbegründung besagt, dass der Grundstein des Fundamentes eine letzte und unwiderlegbare Wahrheit ist. Unser modernes Leben kennt kein solches Fundament mehr, da es sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse bezieht, die jederzeit widerlegt werden können. Zu oft wurden in der Geschichte solche Erkenntnisse zu einem späteren Zeitpunkt widerlegt, präzisiert oder umgeformt. Das die Wissenschaft keine Antwort auf die Urfrage „Woher komme ich, wohin gehe ich?“ liefern kann, liegt in ihrem Namen begründet: Wissenschaft will etwas wissen, nicht etwa glauben oder für-wahr-halten; sie braucht Beweise.

Einhergehend mit Fundamentalismus werden gerne Begriffe wie radikal, intolerant, konservativ und gewalttätig benutzt. Diese Begriffe werden in umso schärferem Ton genutzt, je extremer die Ausformungen eines Fundamentalismus sind.

„Im populären Sprachgebrauch werden unter dem Begriff Fundamentalismus zuweilen unterschiedslos konservative religiöse Gruppen, gewalttätige Mitglieder einiger Volksgruppen mit mehr oder weniger religiöser Motivation, oder Terroristen zusammengefasst, was diesen Begriff heute problematisch macht.“ (Q: Wikipedia, ebd.) Wenn sich also jemand als Fundamentalist bezeichnet, so ist das in aller Regel erklärungsbedürftig. Ein solcher Mensch muss sein Fundament darlegen (oder gar verteidigen) und insbesondere die praktische Auswirkung seines Fundamentalismus erläutern.

„Unter dem Begriff Christlicher Fundamentalismus werden Strömungen im Christentum zusammengefasst, die sich nachdrücklich auf ein Fundament – wie z. B. die wörtliche Auslegung der Bibel, eine Kirchenidee (z. B. das Konzept einer vermeintlichen Urkirche) oder bestimmte andere Autoritäten – berufen und ihre Lehren und Praktiken ausschließlich daraus herleiten.“ (Q: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Christlicher_Fundamentalismus, eingesehen am 12.1.2010)

Mein Fundament ist die Bibel. Das Wort Gottes ist radikal und konservativ. Das Wort Gottes ruft nicht zur Gewalttätigkeit oder Intoleranz auf. Im Gegenteil: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ steht geschrieben. (Im Englischen wird Nächster übrigens mit Neighbor – Nachbar übersetzt, somit erübrigt sich die Frage, wer das wohl alles sein könnte.) Auch soll ich keinen Sünder (die wir ja alle sind, gerettet oder nicht) verurteilen, wohl aber seine sündigen Taten.

Warum ist das Wort Gottes radikal?

Bedeutungen:

[1] denken: in besonderem Maße von der Norm abweichend.

[2] handeln: unnachgiebig, hart, rücksichtslos, unerbittlich

[3] Politik: eine Bestrebung die Gesellschaft radikal (an der Wurzel) zu verändern

(Q: http://de.wiktionary.org/wiki/radikal; eingesehen am 12.1.2010)

Wenn als Norm die aktuellen gesellschaftlichen Regeln und Einstellungen gesehen werden, ist die Bibel sehr abweichend davon. Freilich ist das Wort Gottes auch unnachgiebig, weil es nie von seinen einmal festgesetzten Positionen abweicht. Gott ist immer derselbe, damals, heute und morgen. Das Wort Gottes ist hart im Sinne von fest, weil es unverrückbar ist. Ist das Wort Gottes rücksichtslos oder unerbittlich? Ganz sicher nicht im Sinne von ‘nach mir die Sintflut’, wohl aber in einem gerechten und wahrhaftigen Sinne. Das Wort Gottes nimmt im besten Sinne keine Rücksicht auf die Person und ihre Lebensumstände, sondern nur auf ihre Herzenseinstellung und ihre Treue. Es ist auch unerbittlich gegen jene, die in der Sünde verharren.

Warum ist das Wort Gottes konservativ?

Bedeutungen:

 [1] Allgemein: althergebracht, herkömmlich, wie bisher üblich, auf alte Werte besinnend

 [2] Einstellung, Haltung: von etwas Bestehendem ausgehend, etwas Bestehendes bejahend, etwas bewahrend, an dem Hergebrachten festhaltend, an dem Althergebrachten festhaltend, zum Konservatismus neigend

 […] (Q: http://de.wiktionary.org/wiki/konservativ; eingesehen am 12.1.2010)

 Nun: Gott ist präexistent. Somit ist Er der immer bestanden hat und immer Bestand haben wird. Sein Wort versucht, uns Seine Werte und Maßstäbe zu vermitteln. Im Wort Gottes sind diese Werte und Maßstäbe konserviert und wir dürfen sie in unserem Herzen bewahren.

 Somit bin ich ein radikal-konservativer, friedliebender und toleranter Fundamentalist. Oder ein von der (aktuellen) Norm abweichender, unnachgiebig am Wort Gottes festhaltender, festgegründeter, friedlicher und duldsamer Fundi (zumindest versuche ich, es zu sein).

 Wer mich also Fundamentalist nennt und mich in eine Ecke mit Selbstmordattentätern stellt, ist uninformiert, intolerant und differenzierungslos. Wer mich Fundi nennt und dies verurteilt, spricht möglicherweise sein eigenes Urteil.

 Als Christ sehe ich mich unter anderem dazu aufgerufen, aufzuklären und richtigzustellen. Wenn jemand mit falschen Vorstellungen hausieren geht, soll ich dem entgegentreten. Unser Herr Jesus wurde von seinen Gegnern auch missverstanden und er hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, diese Missverständnisse auszuräumen. Jedoch werden auch wir immer wieder Menschen begegnen, die auf beiden Ohren taub sind, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht. Auch solchen Menschen können wir nur mit der Liebe des Herrn begegnen und für sie beten. Wir werden es ihnen aber nicht recht machen und ihnen wo nötig mit klaren Worten entgegentreten. 

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