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Gemeinde

Der christliche Mann

Titus 1,5-9

5 Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du, was noch mangelte, in Ordnung bringen und in jeder Stadt Älteste einsetzen solltest, wie ich dir geboten hatte; 6 wenn jemand untadelig ist, Mann einer Frau, gläubige Kinder hat, die nicht eines ausschweifenden Lebens beschuldigt oder aufsässig sind. 7 Denn der Aufseher muss untadelig sein als Gottes Verwalter, nicht eigenmächtig, nicht jähzornig, nicht dem Wein ergeben, nicht ein Schläger, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, 8 sondern gastfrei, das Gute liebend, besonnen, gerecht, heilig, enthaltsam, 9 der an dem der Lehre gemäßen zuverlässigen Wort festhält, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.

Die in Titus 1 aufgeführten Eigenschaften stehen freilich jedem Christen gut und daher sind dies auch die erstrebenswerten Eigenschaften eines jeden Christen, nicht nur wenn er ein Amt in seiner Gemeinde anstrebt. Das Ziel vor Augen zu haben und nicht daran zu verzweifeln, dass es zu Lebezeiten nicht erreichbar ist, ist eine große Herausforderung an jeden Christen. Wir müssen unseren Blick auf die Gnade Jesu Christi legen, der von Gott alles bekommen hat, um uns zu dienen. Er ist unser Haupt und zugleich unser größter Diener. Durch Seine Tat am Kreuz gab Er den Weg frei für uns, direkt mit Gott zu kommunizieren und Sein Heiliger Geist trägt all unsere Bitten ‚mit unausprechlichem Seufzen‘ (Römer 8,26) vor den Herrn..

Denn wer ist schon untadelig? Letztlich kann diese Frage nur jeder mit sich selbst klären. Denn nur man selbst weiß, wie man vor Gott dasteht, ob man ihm alles abgegeben hat, bußfertig ist und demütig. Viele zweifeln mehr als einmal in ihrem Leben daran. Der Umgang mit diesen Zweifeln ist dann entscheidend: wird dadurch mein Fundament ins Wanken gebracht oder sehe ich dies klar als einen von vielen Versuchen Satans, mich vom Weg abzubringen? Die Herzenseinstellung hat natürlich auch eine Wirkung nach außen, die von der Gemeinde wahrgenommen wird – und erst recht von Familie und Freunden. Wer sich hier Achtung erworben hat, kann dem Herrn dankbar sein.

Mann einer Frau zu sein, ist dagegen recht einfach. Manche Ausleger meinen, dass dies bedeutet, dass ein Mann nicht (biblisch begründet und damit rechtmäßig vor Gott) geschieden und wiederverheiratet sein darf. Manche wollen es sogar als wichtige Voraussetzung sehen und lehnen unverheiratete Männer in der Leitung ab. Dem Thema Scheidung habe ich ein eigenes Kapitel gewidmet, das zweite möge jede Gemeinde vor Ort entscheiden. Doch auch in diesem Punkt ist nicht nur der äußere Anschein entscheiden. Lebe ich wirklich frei von sexueller (Gedanken-)Sünde? Bin ich meiner Frau wirklich auch in Gedanken treu? Bin ich wirklich gemäß 1. Korinther 13 voll der Liebe für sie? Bin ich ihr geistliches Haupt in allen Dingen (1. Korinther 11,3)? Diese Frage solltest Du Dir immer wieder stellen und an diesen Eigenschaften arbeiten.

Gläubige Kinder zu haben ist freilich ein Segen. Doch, so scheint es, mißlingt dies auch mal. Hier müssen sich natürlich die Eltern fragen und fragen lassen, ob sie ihrem Kind wirklich alles an geistlicher Nahrung gegeben haben, dessen es bedurfte. Ob Liebe mit Beständigkeit und Zucht die Grundlage der Erziehung war, oder ob man vielleicht doch allzu oft die Verantwortung auf andere abgewälzt hat (Kindergarten, Schule, Vereine). Sicher ist es schwierig, sein Kind in dieser Welt dem Herrn zuzuführen. Aber es ist möglich, mit Vertrauen auf Gott und ehrlichem Wollen. Denn der Mann ist das Haupt der Familie. Er geht bewusst mit seiner Gott gegebenen Verantwortung um und sorgt für die geistliche (und eben auch übrige) Ordnung in seiner Familie. Selbst wenn er nicht Ernährer seiner Familie ist, ist seine Position unstrittig.

Eigenmächtig zu handeln bedeutet, den Willen Gottes außer Acht zu lassen und seinen eigenen Willen durchzusetzen. David ist dies im Falle Batseba passiert. Nicht immer sind die Folgen solchen Handelns so dramatisch. Jedoch wird der Herr die Seinen läutern und die, die er besonders liebt bzw. für besondere Aufgaben vorgesehen hat, wird er schwer prüfen. Also muss die oberste Maxime die Frage nach dem Willen Gottes sein.

Jähzornig zu sein bedarf es wenig. Jähzorn zeugt von Eigensinn und Hochmut. Daher ist der Jähzorn selbst möglicherweise nicht das Problem, sondern das, was ihn begünstigt: Unzufriedenheit und mangelnde Selbstkontrolle. Das gilt es, in Gebet und Buße aus dem Weg zu räumen.

Dem Wein ergeben zu sein bedeutet, sich selbst dem Alkohol auszuliefern. Sicherlich ist ein maßvolles Glas zur rechten Zeit nicht problematisch, aber wer gerne über den Durst trinkt, handelt nicht nach Gottes Willen, da er seinen Verstand (1. Korinther 14,15; Markus 12,30) – den er ja für Gott einsetzen soll – lahmlegt, buchstäblich ersäuft.

Ein Schläger zu sein deutet darauf hin, dass man Probleme gerne selbst löst und noch dazu mit dem Faustrecht. „Mein ist die Rache, spricht der Herr“ (Römer 12,19) sollte einem da sofort in den Sinn kommen. Und „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“ (Matthäus 26,52) Sich zu prügeln ist nicht Sache eines Christen, denn „Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, halte ihm auch die Rechte hin.“ (Matthäus 5,39). Demut und Friedfertigkeit sind die Eigenschaften eines Christen. Gerade in Bedrängnis vertraut er auf den Herrn und überlässt Ihm die Kontrolle der Situation.

Wer schändlichem Gewinn nachgeht, versucht, seine Taschen mit anderer Leute Geld zu füllen. Seien es riskante Börsengeschäfte oder eine einfache Steuerhinterziehung – beides ist gegen den Willen Gottes, denn wir sind nur Verwalter dessen, was Er uns gibt. Und wir haben mit Seinem Eigentum verantwortungsbewusst umzugehen. Letztlich wird der Herr für uns sorgen, wenn wir wirklich Not leiden. Wir müssen also dafür sorgen, dass wir unsere Schulden termingerecht bezahlen, dass wir keine Rechnungen offen lassen und selbst wenn uns die Kassiererin versehentlich mehr Wechselgeld heraus gibt, sollten wir das sofort korrigieren.

Wer gastfrei lebt, lädt gerne Gäste ein und sorgt dafür, dass es ihnen gut geht. Er tut dies ohne Erwartung einer Gegeneinladung oder sonstiger Gegenleistungen.

Das Gute liebt, wer Gottes Willen tut. Denn Gott liebt nur das Gute und wir sollen es Ihm gleich tun. „Prüft aber alles, das Gute haltet fest“ (1 Thessalonicher 5,21).

Besonnen sein heißt wohlüberlegt handeln, sich eine Sache gut zu überlegen, bevor man zur Tat schreitet, abzuwägen, welche Lösung die beste ist, die Ruhe zu bewahren, auch wenn es hektisch wird.

Wer ist gerecht auf dieser Welt? Gott ist gerecht, wir können Ihm hier nur nacheifern. Wir wollen unseren Nächsten gerecht behandeln und gerecht über ihn reden.

Heilig ist so allumfassend, dass man es kaum erläutern kann. Echte Heiligkeit wird auf Erden niemand erreichen, dennoch sollen wir nach der unserer Christusähnlichkeit streben und Gott immer wieder darum bitten, die verbliebenen unheiligen Elemente in unserem Leben zu eliminieren.

Von was sollen wir enthaltsam sein? Welche Dinge sollen wir vermeiden? Zuallererst alles, was uns von Gott ablenkt oder sich zwischen uns und Ihn stellt. Wir sollen alle Gaben Gottes in Maßen genießen, nicht prassen und nicht der Völlerei anheimfallen. Wir sollen uns mit dem begnügen, was Gott uns gibt und nicht nach immer mehr Besitz streben.

Um an der Lehre festhalten zu können, müssen wir sie kennen. Um das zu erreichen, ist die tägliche Bibellese unerlässlich. Auch sollten wir uns immer wieder in Hauskreisen u.ä. vergewissern, dass wir die Lehre wirklich verstanden haben. Auch bibeltreue Sekundärliteratur (von der einiges am Ende aufgelistet ist) kann hier hilfreich sein.

Falls du ein Mann bist: Fühlst du dich als Mann ? Sieht das obige für dich konservativ und/oder freudlos aus? Kannst du dir vorstellen, diese Eigenschaften als deine Ziele zu definieren und sie konsequent zu verfolgen? Gott möchte dich so und er wird dir dabei helfen. Er hat es versprochen.

Falls du eine Frau bist: Kannst du dir so deinen (zukünftigen) Mann vorstellen? Ist dein Ehemann so? Möchtest du ihm helfen, so zu werden? Sprecht darüber, denn gemeinsam könnt ihr viel mehr erreichen, als allein. Gott wird euch helfen.

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Über Michael Richter

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