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Gemeinde

Die Braut Christi

So wie die Bibel die persönliche Heiligung des Einzelnen fordert, so ist auch die Gemeinde als Ganzes aufgefordert, sich zu heiligen. Diese Heiligung hat nichts mit Werksgerechtigkeit zu tun, denn natürlich kann niemand aus sich selbst heraus heilig werden, so auch nicht die Ortsgemeinde. Aber den Willen dazu müssen sowohl der Einzelne wie auch die Gemeinde aufbringen. Heiligung ist nichts, was Gott uns einfach aufpfropft, damit wir ’sauber‘ dastehen.

Aber was hat es mit der „Braut Christi“ auf sich?

Epheser 5,22: Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. 23 Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat. 24 Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen.

Der Mann ist das Haupt der Frau, sie sind Braut und Bräutigam. Christus ist das Haupt der Gemeinde, so ist Christus der Bräutigam und die Gemeinde seine Braut.

2. Korinther 11,2 Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.

Der einzige Mann ist hier Christus, die reine Jungfrau ist die durch Gott vollständig geheiligte (also entsündigte) Gemeinde.

Offenbarung 19, 7 Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereitet. 8 Und es wurde ihr gegeben, sich anzutun mit schönem reinem Leinen. Das Leinen aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.

Die von Gott Seinen auserwählten Geschöpfen gegebene Heiligkeit ist das Kleid für die Braut. Die Gesamtheit der Heiligen bildet die Gemeinde Jesu Christi.

Matthäus 9,15 Jesus antwortete ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten.

Hier bezeichnet sich Jesus selbst als Bräutigam und alle anderen (da nicht gläubig bzw. geheiligt) als Gäste (also zum Glauben eingeladene).

Somit ist die (Liebes-)Beziehung zwischen Gott und den Menschen klar definiert: sie gehören zusammen wie Braut und Bräutigam. Unser sündloser Herr Jesus kann natürlich nur eine ebenso sündlose Gemeinde zur „Braut“ nehmen.

Wie aber wird die Gemeinde sündlos?

Sie wird auf die gleiche Weise sündlos wie jeder einzelne von uns sündlos, also heilig wird: durch Gottes Gnade. Gottes Gnade geschieht aber nicht durch unser eigenes Wollen, sondern Kraft Seiner souveränen Entscheidung für uns. Wir alle aber kennen weder aus eigener Anschauung noch aus der Bibel auserwählte Menschen, die völlig sündlos sind, obwohl Gott sie auserwählt hat:

  • Jakob hat sich den Segen seines Vaters erschlichen (1. Mose 27,19)
  • Mose war ungehorsam (4. Mose 20,10-12) und am Anfang seines Wirkens unwillig (2. Mose 4,1-17)
  • David versündigte sich mit Batseba und an ihrem Mann Urija (2. Samuel 11)
  • Salomo muss sich der Vielweiberei schuldig sprechen (1. Könige 11,3) und der Götzendienerei (1. Könige 11,1-13)
  • Petrus hat Jesus verraten (Markus 14,66-72) und sich später gegen die Heidenchristen versündigt, als er sich von ihnen absonderte (Galater 2,11-14)
  • Paulus hatte ‚einen Stachel im Fleisch‘, der ihn einige Mühe kostete (2. Korinther 12,7-9)

Wie Römer 3,23 uns auch bestätigt:

sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,

daher können wir aus uns selbst heraus nicht von der Sünde loskommen. Und wir bleiben unser ganzes Leben lang Sünder.

Nach der Entscheidung für Gott müssen wir unseren Beitrag leisten:

Hebräer 12,14: Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!

Hier steht es klar: strebe nach Heiligung, sonst erlangst Du nicht das ewige Heil.

Römer 12,1-2: Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! 2 Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.

Dass wir uns dem Herrn darbringen (nicht etwa als Brandopfer!), indem wir Ihm mit allem, was wir haben, dienen, ist eine Entscheidung, die wir treffen müssen. Nur so kann der Herr unser Wesen verändern. Erst dann können wir Seinen Willen erkennen und danach handeln.

Römer 13,14: sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!

Wenn wir weltliche Vorstellungen und Wünsche allein schon in Gedanken abwägen und sie uns ausmalen, wird das sehr bald auf unser Fleisch (unseren Körper) Einfluss nehmen und wir erzeugen in uns Wünsche, die nicht Gott-gewollt sind.

2.Korinther 6,17: Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab,spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen,

Was wie ein veraltetes jüdisches Gesetz klingt, ist doch auch für uns Christen wichtig: lassen wir die Finger von allem, was nicht Gott-gefällig ist.

2.Korinther 7,1: Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!

Heiligkeit wird erreicht durch Reinigung. Diese Reinigung geschieht durch das Wasserbad des Wortes (Epheser 5,25.26) – also Lesen und Hören des Wortes unseres Herrn mit anschließender Annahme des Gehörten. So erreichen wir Heiligkeit.

1.Thessalonicher 5,21-22: 21 Prüft alles, das Gute behaltet! 22 Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!

Hier ist wieder die Aufforderung: Halte Abstand vom Schlechten.

1.Johannes 2,15-16: 15 Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. 16 Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt.

Hier haben wir eine kurze Auflistung dessen, was weltlich ist:

  • Fleischeslust – damit ist durchaus auch die sexuelle Lust gemeint, aber eben auch alles, was weltlich ist
  • Augenlust – bevor wir etwas anfassen oder erfreifen, sehen wir es uns an. Das Auge ist das Einfallstor für jegliche Sünde
  • Hochmut – verachtet den anderen wegen seiner Anders­artigkeit und hebt sich selbst über andere.

Dies alles sind Aufforderungen, etwas zu tun, aktiv zu sein. Nirgendwo steht geschrieben, dass wir als Christen (und seien wir es Kraft Gottes Gnade noch so lange) irgendetwas automatisch erhalten, wenn wir nur sagen: „Herr, gib!“. Ohne eine entsprechende, Gott-gefällige Herzenshaltung erhalten wir nicht, worum wir bitten:

Matthäus 21,22 Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr’s empfangen.

Markus 11,24 Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden.

Jakobus 1,6 Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird.

Jakobus 5,16b Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

Durch den Heiligen Geist bekommen wir den rechten Glauben. Jesus sandte ihn uns als Tröster (Johannes 14,16; 14,26; 15,26; 16,7) und ‚Gebetshelfer‘:

Römer 8,26: Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.

Somit sind alle Voraussetzungen für ein ‚rechtes‘ Bitten im Gebet die folgenden:

  • wir erkennen den Willen Gottes in Seinem Wort
  • wir beten gemäß seinem Willen
  • der Heilige Geist ‚transportiert‘ unser Gebet zum Herrn

Somit ist letztlich unser Gebetsleben entscheidend für unsere Heiligung. Aus den Evangelien können wir viel über Jesu Gebetsleben lernen.

Aus der Vielzahl der Gelegenheiten, Orte und Zeiten, an denen Jesus gebetet hat, erkennen wir die Wichtigkeit des Gebetes. Wir finden hier jedoch keine Vorlagen, die wir auswendig herunter beten sollen (außer dem Vaterunser). Wir finden auch keine Orte oder Zeiten, an denen Gebet verboten oder gar besonders geboten wäre. Auch die Länge eines Gebetes ist nirgends vorgegeben. In der Bergpredigt finden wir sogar einen deutlichen Hinweis darauf, nicht jedwedes Geplapper Richtung Gott zum Gebet zu erklären, sondern eher im Stillen mit Gott allein zu beten (Matthäus 6,5-7). Jesus hat sich für wichtige Gebete stets zurückgezogen. Allein mit dem Vater konnte er ihm sein Herz ausschütten und seine Ohren bzw. sein Herz konnten sich ganz Gottes Antworten öffnen.

In voller Anerkennung der Herrlichkeit und Souveränität Gottes als unserem Schöpfer dürfen wir uns Ihm vertrauensvoll nähern, ihn sogar mit ‚Vater‘ anreden und ihm unser ganzes Inneres darlegen. Nicht nur die schönen Dinge, sondern gerade die, welche uns belasten oder gar schmerzen, können wir ihm vorlegen (vgl. Matthäus 26,36ff, Markus 14,34ff, Lukas 22,41ff, Matthäus 27,46). Für die täglichen Gaben dürfen wir Ihm danken, auch wenn nicht jedes Mal eine Nahrungsvermehrung dabei heraus kommt (Matthäus 14,19, Matthäus 15,36, Markus 6,41, Markus 8,6.7, Lukas 9,16, Johannes 6,11).

Beten ist Reden mit Gott. Obwohl Gott allwissend ist, sehnt er sich danach, mit uns zu reden und vor allem uns zuzuhören. Wenn wir vertrauensvoll die Dinge unseres Lebens vor Ihm ausbreiten, so wird er uns Wege aufzeigen, wie wir damit umgehen können. Jesus verherrlichte in all seinen Wundern und Taten Seinen Vater, unseren Gott, und hat Ihm stets dafür gedankt. Unsere Gebete sind unsere direkte ‚Leitung‘ zu Gott. Wenn wir uns allein darauf verlassen, dass Gott ohnehin alles weiß, und wir es daher nicht nötig haben, Ihm irgendetwas zu sagen, so irren wir. Wir „müssen“ uns täglich an Gott wenden, denn Er hat uns erschaffen und dafür sind wir Ihm Dank schuldig. Wer gar nicht betet, verliert den Kontakt zum Herrn.

Nun soll Gebet auch nicht verkrampft sein. Die Auserwählten Gottes werden durch den Heiligen Geist in Jesu Bild umgewandelt, jedoch werden wir zu Lebzeiten Jesus nicht völlig gleich. Daher wird es uns passieren, dass wir auch mal nicht viel zu beten haben, obschon unser Herz voll ist. Dann ist uns der Heilige Geist Beistand und ein Fürsprecher vor Gott (Johannes 14,26, 15,26, Römer 8,26). Wir sollen uns Gott offen und ehrlich im Gebet nahen. Seiner Herrlichkeit und Souveränität angemessen soll unsere Sprache dabei sein. Wenn wir mit dem Höchsten sprechen, müssen wir uns der eigenen Stellung bewusst sein. Jesus hätte jedes Recht gehabt, dem Vater gleichgestellt zu reden und nicht zu bitten oder zu danken. Aber aus Demut tat er es doch. Um uns ein Vorbild zu sein, verzichtete er auf seine göttlichen Rechte. So wie er sich physikalisch klein gemacht hatte und Mensch wurde, so demütigte er auch Seinen Geist vor Seinem Schöpfer.

Und wenn schon Jesus – wieviel mehr dann wir?

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Über Michael Richter

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