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Gemeinde

J – Gottesdienstgestaltung – Die Predigt

Johannes 21,17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!

1. Petrus 2,2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil,

2. Timotheus 4,2 Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.

1. Timotheus 4,13 Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme.

Diese wenigen Bibelstellen sprechen von der Aufgabe des Pastors bzw. Predigers das Volk Gottes (also primär die Ortsgemeinde) beständig mit dem Wort Gottes zu versorgen und die Gemeinde dadurch zu lehren, zu ermahnen und zurechtzuweisen. Auf diese Weise soll die Gemeinde stets daran erinnert werden, wer Gott ist, wie der Mensch zu Gott steht und was die Konsequenzen daraus sind. Zwei Beispiele einer biblischen Predigt seien hier genannt:

Nehemia 8,1 versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor dem Wassertor und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, er solle das Buch des Gesetzes des Mose holen, das der HERR Israel geboten hat. 2 Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Frauen und alle, die es verstehen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats 3 und las daraus auf dem Platz vor dem Wassertor vom lichten Morgen an bis zum Mittag vor Männern und Frauen und wer’s verstehen konnte. Und die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt. 4 Und Esra, der Schriftgelehrte, stand auf einer hölzernen Kanzel, die sie dafür gemacht hatten, und es standen neben ihm Mattitja, Schema, Anaja, Uria, Hilkija und Maaseja zu seiner Rechten, aber zu seiner Linken Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam. 5 Und Esra tat das Buch auf vor aller Augen, denn er überragte alles Volk; und als er’s auftat, stand alles Volk auf. 6 Und Esra lobte den HERRN, den großen Gott. Und alles Volk antwortete: »Amen! Amen!«, und sie hoben ihre Hände empor und neigten sich und beteten den HERRN an mit dem Antlitz zur Erde. 8 Und sie legten das Buch des Gesetzes Gottes klar und verständlich aus, sodass man verstand, was gelesen worden war. 9 Und Nehemia, der Statthalter, und Esra, der Priester und Schriftgelehrte, und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sprachen zu allem Volk: Dieser Tag ist heilig dem HERRN, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten. 12 Und alles Volk ging hin, um zu essen, zu trinken und davon auszuteilen und ein großes Freudenfest zu machen; denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen kundgetan hatte. 15 Da ließen sie es kundtun und ausrufen in allen ihren Städten und in Jerusalem und sagen: Geht hinaus auf die Berge und holt Ölzweige, Balsamzweige, Myrtenzweige, Palmenzweige und Zweige von Laubbäumen, dass man Laubhütten mache, wie es geschrieben steht.

Apostelgeschichte 2,14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; 16 sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5): 17 »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20 die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe der große Tag der Offenbarung des Herrn kommt. 21 Und es soll geschehen: wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.« 22 Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – 23 diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht. 24 Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, dass er vom Tode festgehalten werden konnte. 25 Denn David spricht von ihm (Psalm 16,8-11): »Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht wanke. 26 Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung. 27 Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe. 28 Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.« 29 Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag. 30 Da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte, 31 hat er’s vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen. 32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen. 33 Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört. 34 Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 35 bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.« 36 So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat. 37 Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. 39 Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird. 40 Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte sie und sprach: Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht! 41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.

Die biblische Predigt

  • gibt das Wort Gottes wider (z.B. durch Lesung),
  • erklärt das Wort Gottes, damit es verstanden werden kann,
  • unterweist die Gemeinde in der Lehre,
  • überführt den Menschen einer (oder mehrerer) Sünden und
  • lehrt den Gehorsam als Antwort auf das Gehörte.

In eine biblische Predigt gehören nicht Meinungen, Traditionen oder menschliche Philosophien (außer, um sie als unbiblisch herauszu­stellen). Eine biblische Predigt drückt Erfolg nicht in Zahlen aus, sondern verweist auf die göttliche Sichtweise von Erfolg. Eine solche Predigt ist auch nicht auf Unterhaltsamkeit aus, sondern auf Belehrung. Gott verspricht in Seinem Wort nicht Gesundheit, Reichtum und materielles Wohlergehen für die Seinen. In der Predigt darf kein falsches oder unvollständiges Gottesbild wiedergegeben werden. Die Lösungen für Probleme aller Art müssen stets aus der Bibel kommen und nicht aus der Welt. Nicht Sprachgewandtheit oder Effekte müssen die Leute ansprechen, sondern das reine Wort. Die Predigt muss zur Buße und Wiedergeburt aufrufen – Zerknirschtheit und eigener Besserungswille sind nicht ausreichend. Eine Predigt muss kein gutes Gefühl erzeugen, sondern soll die Menschen vor Gott demütigen.. Einzelne Verse dürfen nicht aus ihrem Kontext herausgelöst werden und dadurch eine neue Deutung erfahren.

Gottes Wort bildet die einzige wahre Vollmacht für unser Leben. Die Menschen müssen die ungefärbte und ungeschönte Wahrheit hören. Nur das Wort Gottes kann Menschen überführen und zur Veränderung führen. Durch die biblische Predigt werden die Menschen mit ihren wahren Problemen konfrontiert und lernen so die göttliche Sichtweise der Dinge kennen. Die Predigt setzt nichts dem Wort Gottes hinzu und nimmt auch nichts weg, denn das Wort Gottes ist absolut hinlänglich für alle Belange des Menschen.

Das Beispiel der Pharisäer zu Jesu Zeiten mahnt uns, dass auch auserwählte Führer des Volkes zu Irrlehrern werden können, indem sie das Wort Gottes zu ihren eigenen Gunsten auslegen und mit Formalismen und neuen Regeln die Menschen von Gott entfernen, statt sie zu Ihm zu führen. Auch lehrt es uns, dass Menschen, die das Wort Gottes kennen und es regelmäßig lehren, diese Lehre zunichte machen durch ihren unheiligen Lebenswandel.

Daher gilt für den Prediger, dass er einen gottgefälligen Lebenswandel führen muss, um überhaupt glaubwürdig zu sein. Um eine biblische Predigt zu erstellen, muss er den Text, über den er predigt, verstanden haben, um dessen Bedeutung zu erkennen. Hierzu dienen die Mittel der Exegese (griech.: ἐξήγησις exēgesis = „Auslegung“, „Erläuterung“) , Hermeneutik (altgr. ἑρμηνεύειν hermēneuein „(Gedanken) ausdrücken“, „interpretieren“, „übersetzen“) und Homiletik (gr. ὁμιλητική τέχνη = die Kunst des Umgangs; Predigtlehre).

Dies klingt zuerst mal formalistisch und erscheint übertrieben, wo doch der Geist uns leitet beim Verständnis der Schrift. In der Tat dienen aber diese Werkzeuge dazu, uns eine Art Leitplanke zu geben, innerhalb derer wir unsere Arbeit verrichten können. Man kann sicherlich einen Nagel auch mit der Hand in die Wand schlagen, aber das ist nicht jedem gegeben, und dafür gibt es eben den Hammer als approbates Werkzeug.

Wer sich nicht aus sich selbst heraus zutraut, einen biblischen Text zu predigen, sollte die angeführten Techniken einmal ausprobieren. So kommt man recht sicher zu einem präsentablen Ergebnis und erfährt auch von den Schwierigkeiten, die mancher Text bietet, obwohl er doch so einfach erscheint. Aber auch die Tiefe mancher Texte wird erst durch solch systematisches und geduldiges Arbeiten erst erfasst.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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