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Gemeinde

M – Gottesdienstgestaltung – Gemeinschaft

Oberflächlich betrachtet ist Gemeinschaft haben eine einfache Sache. Man kommt an einem Ort zusammen und – hat Gemeinschaft. Fertig! Da uns Gott der Herr als Beziehnungsmenschen geschaffen hat, diese Welt jedoch alles tut, um echte Beziehungen zu vermeiden, mag es aber nicht immer so einfach sein, Gemeinschaft tatsächlich zu leben. Viele von uns plagt die Menschangst – sie fühlen sich nur wohl unter Menschen, die sie schon kennen. Viele von uns sind auch einfach zu bequem, um neue Kontakte zu knüpfen. Viele von uns scheuen die Auseinandersetzung mit den Unbequemen oder ‚Merkwürdigen‘, den Andersartigen.

Ist es aber nicht der Heilige Geist, der uns ein Leib sein lässt? Wie kann ich mich dann dazu überrumpeln lassen, auch nur den kleinsten (respektive geringsten) Teil ‚meines‘ Körpers geringer zu achten als einen anderen?

1, Korinther 12:

12 Denn wie der Leib „einer“ ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch „ein“ Leib sind: so auch Christus. 13 Denn wir sind durch „einen“ Geist alle zu „einem“ Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit „einem“ Geist getränkt. 14 Denn auch der Leib ist nicht „ein“ Glied, sondern viele. 15 Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte er deshalb nicht Glied des Leibes sein? 16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte es deshalb nicht Glied des Leibes sein? 17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? 18 Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat. 19 Wenn aber alle Glieder „ein“ Glied wären, wo bliebe der Leib? 20 Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist „einer.“ 21 Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. 22 Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten; 23 und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand; 24 denn die anständigen brauchen’s nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, 25 damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. 26 Und wenn „ein“ Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn „ein“ Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. 27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied. 28 Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede. 29 Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Sind alle Wundertäter? 30 Haben alle die Gabe, gesund zu machen? Reden alle in Zungen? Können alle auslegen? 31 Strebt aber nach den größeren Gaben! Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen.

Im Amerikanischen gibt es ein Lied, das oft in Kinderstunden eingesetzt wird, um den Kleinen grundlegende anatomische Kenntnisse zu vermitteln. Es heißt Dem Bones, Dem Dry Bones. Der Text ist wie folgt:

E-ze-kiel cried, „Dem dry bones!“

E-ze-kiel cried, „Dem dry bones!“

E-ze-kiel cried, „Dem dry bones!“

Oh hear the word of the Lord.

(tune ascends up in half steps)

The foot bone con-nected to the (pause) leg-bone,

The leg bone connected to the (‚) knee bone,

The knee bone connected to the (‚) thigh bone,

The thigh bone connected to the (‚) back bone,

The back bone connected to the (‚) neck bone

The neck bone connected to the (‚) head bone

Oh hear the word of the Lord!

Dem bones, dem bones gon-na walk a-roun‘

Dem bones, dem bones gon-na walk a-roun‘

Dem bones, dem bones gonna walk aroun‘

Oh hear the word of the Lord

(tune descends in half steps and we retrace the body)

The head-bone connected to the neck-bone,

the neck-bone connected to the back-bone

The backbone connected to the thigh-bone

the thighbone connected to the knee-bone

the kneebone connected to the leg bone

the leg bone connected to the foot bone

Oh hear the word of the Lordi

Das Lied basiert auf Hesekiel 37,1-14 und zeigt in sehr eindrücklicher Weise, wie Gott unseren Leib zusammengefügt hat. Alles ist letztlich mit allem verbunden und nichts kann ohne das andere funktionieren. Und es ist Gott allein, der es zusammenfügt und zusammenhält. Auf diesen Gott können wir uns stets verlassen, wenn wir Seinen Willen tun.

So auch in Sachen ‚Gemeinschaft haben‘.

Denn Gemeinschaft haben bedeutet nicht, in einem Raum versammelt zu sein und einer Person zuzuhören.

Gemeinschaft haben bedeutet nicht, sich zu grüßen und dann weiterzugehen.

Gemeinschaft bedeutet nicht, seine Gruppe zu organisieren und die Woche zu planen.

Gemeinschaft bedeutet auch nicht, sich über dritte – seien es Gemeindeglieder oder nicht – das Maul zu zerreißen.

Gemeinschaft bedeutet vielmehr, füreinander da zu sein, miteinander zu reden und untereinander freundlich zu sein.

Es gibt viele Stellen im neuen Testament, die diese Gemeinschaft beschreiben. Es sind die sogenannten Einander-Stellen:

Liebet einander

Joh 13,34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.

Joh 15,12 Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.

Joh 15,17 Dies gebiete ich euch, dass ihr einander liebt!

1Joh 3,11 Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen.

1Joh 3,23 Und dies ist sein Gebot: dass wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie er es uns als Gebot gegeben hat.

1Joh 4,7 Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.

1Joh 4,11 Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schuldig, einander zu lieben.

1Joh 4,12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.

Röm 13,8 Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.

1Petr 1,22 Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, aus reinem Herzen!

2Joh 5 Und nun bitte ich dich, Herrin, – nicht als schriebe ich dir ein neues Gebot, sondern das, welches wir von Anfang an gehabt haben: dass wir einander lieben.

1Thess 4,9 Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben;

Grüßt einander

Röm 16,16 Grüßt einander mit heiligem Kuss! Es grüßen euch alle Gemeinden des Christus.

1Kor 16,20 Es grüßen euch die Brüder alle. Grüßt einander mit heiligem Kuss!

2Kor 13,12 Grüßt einander mit heiligem Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen.

1Petr 5,14 Grüßt einander mit dem Kuss der Liebe! Friede euch allen, die in Christus sind!

Dient einander

Joh 13,14 Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen.

Gal 5,13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlass für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!

1Petr 4,10 Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes!

Ertragt einander

Eph 4,1.2 Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend!

Kol 3,13 Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat; wie auch der Herr euch vergeben hat, so auch ihr!

Röm 15,7 Deshalb nehmt einander auf, wie auch der Christus euch aufgenommen hat, zu Gottes Herrlichkeit!

Ermuntert einander

1Thess 4,18 So ermuntert nun einander mit diesen Worten!

Hebr 3,13 sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es „heute“ heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde!

Hebr 10,25 indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht!

Ermahnt einander

1Thess 5,11 Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut!

Röm 15,14 Ich bin aber, meine Brüder, auch selbst im Blick auf euch überzeugt, dass auch ihr selbst voller Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, fähig, auch einander zu ermahnen.

Weiteres

Eph 4,32 Seid aber zueinander gütig, mitleidig, und vergebt einander, so wie auch Gott in Christus euch vergeben hat!

Eph 5,21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi,

Jak 5,16 Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.

… einander nicht

1Kor 7,5 Entzieht euch einander nicht, es sei denn nach Übereinkunft eine Zeit lang, damit ihr euch dem Gebet widmet und dann wieder zusammen seid, damit der Satan euch nicht versuche, weil ihr euch nicht enthalten könnt.

Apg 7,26 Am folgenden Tag erschien er bei ihnen, als sie sich stritten, und trieb sie zum Frieden, indem er sagte: Ihr Männer, ihr seid Brüder, warum tut ihr einander Unrecht?

Röm 14,13 Lasst uns nun nicht mehr einander richten, sondern haltet vielmehr das für recht, dem Bruder keinen Anstoß oder kein Ärgernis zu geben!

Gal 5,15 Wenn ihr aber einander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet!

Gal 5,26 Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, indem wir einander herausfordern, einander beneiden!

Kol 3,9 Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen

Tit 3,3 Denn einst waren auch wir unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mancherlei Begierden und Lüsten, führten unser Leben in Bosheit und Neid, verhasst, einander hassend.

All dies ruft uns dazu auf, unsere Geschwister so zu behandeln, wie Gott uns behandelt. So wie Jesus als das Haupt der Gemeinde Seine Gemeinde liebt, so müssen auch wir als die Glieder Seines Leibes uns gegenseitig lieben. Wir können nicht die Gnade Gottes für uns annehmen und sie anderen absprechen, indem wir sie geringer als uns einschätzen. Wir sollen aber auch nicht andere höher als uns einschätzen und sie zu Idolen erheben.

Wenn wir sonntags in einem Gemeindehaus zusammentreffen, so sollten wir uns immer wieder dazu aufraffen, auch diejenigen anzusprechen, die wir noch nicht so gut oder gar nicht kennen. Wie will eine Gemeinde eine einladende, evangelistische Gemeinde sein, wenn niemand auf die ‚fremden‘ Besucher zugeht und mit ihnen spricht? Wie können wir wissen, ob das, was über diesen oder jene gesagt wird, wenn wir ihn oder sie nicht persönlich darauf ansprechen? Leben wir etwa vom Hörensagen?

Wie können wir etwas über den Zustand der Gemeinde erfahren, wenn wir uns immer in unserem Hauskreis oder einer anderen Gruppe ‚festkrallen‘. Warum haben wir nicht den Mut, andere einfach anzusprechen?

Weil wir Gott nicht zutrauen, uns zu helfen, über unseren Schatten zu springen.

Weil wir Gott nicht zutrauen, dass er uns Kraft und Weisheit gibt.

Weil wir den Heiligen Geist dämpfen, um uns angeblich Enttäuschungen zu ersparen.

Weil wir die Mühe scheuen, den Auftrag des Herrn zu erfüllen.

Weil wir uns im Erreichten sonnen und nichts Neues wagen.

Letztlich weil wir faul sind.

Auch ich mache mich solcher Faulheit schuldig. Aber ermahnen wir uns doch gegenseitig in unserer Kleingruppe dazu, mehr auf andere zuzugehen. Es ist sicherlich am Anfang eine schwierige Übung, doch mit der Zeit wird es leichter werden, wie alles im Leben. War das Autofahren in der ersten Fahrstunde denn einfach? Und wie gut können wir es heute? War der erste Arbeitstag etwa einfach? Für viele wohl nicht. Alles Neue fällt uns zuerst schwer und nach einiger Übung geht es uns leicht von der Hand.

Lasst es uns zur guten Übung machen, ‚einander‘ zu sein.

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