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Gemeinde

Q- Organisation

 Juristische Form

Wer eine Gemeinde gründet, muss sich alsbald Gedanken darüber machen, wie diese Gemeinde in der Welt dastehen soll. Die Großkirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, kleinere Gemeinden fungieren häufig als Vereine. Eine Rechtsform ist nötig, damit u.a. Spenden der Gemeindemitglieder steuerlich abzugsfähig werden und die Gemeinde einen verbindlichen Platz in ihrem jeweiligen Staatsgefüge hat.

Satzung

Will sich eine Gemeinde eine Satzung auferlegen, um gewisse Abläufe in der Gemeinde festzuschreiben, so gerät sie relativ schnell in Konflikt mit den weltlichen Normen. Aber eigentlich benötigt eine biblische Gemeinde keinerlei Satzung oder Regelwerk, da in der Bibel alle nötigen Abläufe und Bestimmungen aufgezeichnet sind.

Nur wenn sich die Gemeinde dem Wort des Herrn unterwirft, kann sie stets sicher sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Eine Satzung dagegen kann unnötig verengen oder unzulässig aufweiten.

Hierarchie

Auch wenn manche in dem Konstrukt Ältester – Diakone – Mitglieder eine Hierachie und damit eine Art ‚Befehlskette‘ sehen wollen, so ist dies doch unbiblisch. Ein Ältester (oder Gemeindevorsteher) hat sicherlich eine besondere Verantwortung vor Gott. Auch die Diakone verantworten ihre Bereiche auf eine besondere Weise. Aber sie alle werden letztlich von der Gemeinde eingesetzt und können von dieser auch wieder abgesetzt oder auf eigenen Wunsch entlassen werden.

Denn die Gemeinde gibt keine Verantwortung an Diakone oder Leiter ab, sondern hat erkannt, dass diese Männer in besonderer Weise für ihren Dienst geschaffen sind und in eben dieser Beauftragung von anderen Diensten entbunden werden müssen, um ihren Dienst zu fokussieren. Immer jedoch behält die Gemeinde für jedes Gemeindemitglied die volle Verantwortung hinsichtlich Fürbitte, Ermahnung und Gemeindezucht.

Auch muss die Gemeinde alle Entscheidungen der Leitung mittragen, was sie naturgemäß nur kann, wenn sie in die Entscheidungsfindung mit eingebunden wird. Z. B. kann ein Arbeits­kreis eine Entscheidungs­vorlage für wichtige Angelegenheiten ausarbeiten und diese der Gemeinde vorlegen. Dies bedeutet nicht, dass jede noch so kleine Entscheidung vor die gesamte Gemeinde gebracht werden muss. Hier wird der Gemeindealltag das entsprechende Augenmaß bestimmen. Aber die Gemeindemitglieder sind nicht per se unmündig gegenüber den Diakonen oder Leitern. Sie sollen sich auch nicht einfach der Führung der Ältesten überlassen, sondern stets kritisch prüfen, um ihrer biblischen Verantwortung nachzukommen.

Kleingruppen

Viele Gemeinden begannen als Kleingruppen, die durch natürlichen Zuwachs größer wurden und schließlich als Gemeinde in die Öffentlichkeit gingen. Da ein persönlicher Austausch unter vielen schlecht möglich ist, sind Kleingruppen geradezu lebensnotwendig für eine Gemeinde. Daher sollte jedes Mitglied in einer Kleingruppe organisiert sein.

Diesen Kleingruppen obliegt die Aufgabe, die Lehre zu vertiefen, den Austausch anzuregen und den Herrn zu loben. Auch – zumindest rudimentäre – Seelsorge fällt in das Aufgabengebiet eines klassischen Hauskreises. Mindestens in diesen Zellen der Gemeinde soll ein jeder mit der nötigen geistlichen Nahrung und Zurüstung für den Alltag versorgt werden. Darüber hinaus sind echte Freund­schaften innerhalb von Hauskreisen natürlich erwünscht.

Hauskreise sind aber auch evangelistische Zellen: so wie die gesamte Gemeinde dem Missionsauftrag folgt, soll es auch der Hauskreis machen. Nur so kann ein Hauskreis wachsen und sich multiplizieren, indem ab einer gewissen Größe aus einem Hauskreis zwei werden.

Damit dieses Konzept überhaupt aufgehen kann, ist es wichtig, dass jeder Hauskreis einen Leiter hat, der sich frühzeitig um einen zweiten Leiter bemüht, der bei der Multiplikation den neuen Hauskreis leiten kann. Der Leiter übernimmt organisatorische Aufgaben und moderiert in aller Regel auch den Hauskreis, bei Bedarf übernimmt er auch Lehraufgaben.

Die Grundsteinlegung für Evangelisation und Jüngerschaft erfolgt im Hauskreis. Daher muss dieses Konzept die gesamte Gemeinde durchdringen, damit es Erfolg hat.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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