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Persönliches

Prioritäten

Was sind meine Prioritäten? Was sollten meine Prioritäten sein? Gibt die Bibel hier etwas vor?

Die Bibel wäre nicht Gottes Wort, wenn sie nicht auch dazu etwas sagen würde.

In der Tat finden wir recht schnell heraus, wer oder was an erster Stelle steht: Gott selbst. Er ist mein Schöpfer und mein Retter. Er ist mein Vater, mein Bruder, mein Freund. Ich bin sein Geschöpf, sein Sohn, sein Erbe. Ihm zur Ehre soll ich leben und nur Ihm allein die Ehre geben. Mein Dank gebührt Ihm, weil alles von Ihm kommt. Meine Geld, mein Besitz, meine Zeit gehören Ihm. Ihn bete ich an, zu Ihm komme ich mit Dank, Ihn bitte ich um was immer ich brauche. Er ist meine erste Anlaufstelle in der Not und der erste, dem ich danke. Ohne ihn bin ich nicht nichts, ich bin nicht. Sein wichtigstes Gebot ist, dass ich Ihm die Ehre gebe und nichts zwischen mich und Ihn kommen lasse, schon gar nicht mich selbst. Ich will meinen Tag mit Ihm beginnen und auch beenden. Ich will Ihm folgen, wohin er mich ruft, ich will Sein Wort verbreiten auf die Weise, die Er für mich vorgesehen hat. Er ist der Anfang und das Ende, mit Ihm bleibe ich, ohne Ihn vergehe ich. Seine Liebe war zuerst da, meine Liebe ist dagegen kümmerlich. Aber was ich habe, will ich Ihm geben. Meine Kraft, meinen Verstand, meine Zeit.

An zweiter Stelle kommt dann meine Familie. Denn das war es, was Gott geschaffen hatte, als er Adam Eva zur Seite gab: eine Familie. Der Mann sorgt für seine Frau, in dem er ihr in Liebe dient, die Frau ist dem Mann bei all seinen Unternehmungen eine Hilfe. Zusammen erziehen sie ihre Kinder in der Zucht und Ermahnung des Herrn. Das ist die Hauptaufgabe in dieser Welt: eine geistliche Familie unter der Leitung unseres Herrn Jesus Christus. Die Zeit für die Familie ist die Zeit, Gottes Liebe im Alltag weiter zu geben. Die Zeit mit den Kindern ist die Zeit, Gottes Wort weiterzugeben. Die Zeit mit meiner Frau ist die Zeit, Jesu Liebe zur Gemeinde im eigenen Leben und am eigenen Leib zu erfahren.

Und was die Familie im Kleinen ist, ist die Gemeinde im Großen. Diese ist unsere dritte Priorität. Sie ist unsere geistliche Familie, der Leib Christi, den Er baut, um Seine Schafe zu erziehen und Sein Wort zu verbreiten. Die Arbeit in der Gemeinde ist Arbeit am Leib Christi hier auf Erden. Sie dient der Vorbereitung auf das ewige Leben zusammen mit allen anderen Gläubigen weltweit.

Nein, denn jetzt kommen all meine anderen Beziehungen im Leben: Nachbarn, Bekannte, Kollegen usw. Ihnen gilt meine Sorge, wenn sie noch nicht gerettet sind. Ihnen muss ich Salz und Licht sein, wie es der Herr befohlen hat.

Und ich? Wo bleibe ich? „Lass Dir an meiner Gnade genügen“ sagte der Herr dem Paulus in einem anderen Zusammenhang. Aber am Beispiel Jesu sehen wir, dass das Ich in der Beziehung zum Vater voll und ganz aufgeht und als solches nicht mehr benötigt wird. Alle meine persönlichen Bedürfnisse stillt mein himmlischer Vater. 

Aber haben wir überhaupt Zeit für so etwas? Arbeiten, Schlafen, Essen, Putzen, Kochen, Einkaufen – sicher wichtige Dinge. Aber Gottes ordnende Kraft dringt auch in den Alltag ein. Der Alltag ist nicht losgelöst vom Christsein. Christsein erschöpft sich nicht in Gebet, guten Taten und dem Sonntagsgottesdienst. Christsein ist 24/7 – jeden Tag, den ganzen Tag, die ganze Woche – für den Rest des Lebens.

Hierbei ist ein Plan hilfreich, auf dem alle Aufgaben und Tätigkeiten nach Größe (also zeitlichem Aufwand) und Wichtigkeit geordnet sind. Die großen, wichtigen Aufgaben sollte man zuerst in den Plan eintragen, danach die kleineren, wichtigen. Zum Schluss können die Lücken dann noch mit den kleinsten Aufgaben gefüllt werden. Wer einen solchen Plan anlegt, muss dabei ganz ehrlich sein in der Zuordnung zu den genannten Prioritäten. Aufgaben niedrigerer Priorität können nicht erledigt werden, wenn solche von höherer Priorität nicht abgearbeitet sind. Ich kann keine Familie gründen, wenn ich dabei nicht Gott die Ehre gebe. Ich kann nicht in der Gemeinde mitarbeiten und dabei meine Familie vernachlässigen. Ich kann nicht meine Beziehungen zu Nicht-Christen pflegen, wenn in der Gemeinde noch Arbeit zu tun ist.

Den so entstandenen Plan müssen wir sehr ernst nehmen. Er sollte unter Gebet entstehen und unter Gebet gelebt werden. Manche kommen auch ohne einen solchen Plan aus. Aber er ist hiflreich, wenn man sich überfordert fühlt oder man eine Entscheidung treffen muss.

Ich habe mich Anfang Februar aus der Gemeindegründung zurückgezogen, um meine Familie wieder in Ordnung zu bringen. Die Kinder waren sehr unruhig, meine Frau völlig überlastet – und ich leistete mir den Luxus der Gründungstreffen. Jedoch kann so eine Arbeit nur gelingen, wenn die Familie mitmacht und mit ganzem Herzen dabei ist. Ich habe den falschen Zeitpunkt dafür gewählt und mich in eine Art Leistungswillen hineingesteigert, der nicht mehr gesund war – weder für mich, noch für meine Familie. Nun steht meine Familie wieder an zweiter Stelle und es liegt eine Menge Arbeit vor uns. Aber mit Gottes Hilfe werden wir es schaffen.

Es gibt eine ganze Menge hilfreicher, bibeltreuer Materialien im Internet und auch in Buchform für Ehe und Familie. Da sind durchaus ein paar Augenöffner dabei …

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Über Michael Richter

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