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Wegweiser

Ein paar Gedanken zu Hiob

Letztlich brachte mich ein jüngst erweckter Bruder auf die Spur: Hiob ist keineswegs eine Parabel darüber, wie der Teufel mit Gott ’schachert‘, um sich zu beweisen. Vielmehr ist es die – auch heute noch – übliche Vorgehensweise des Satans. Gott lässt ihm als Fürst dieser Welt eine große Freiheit, zu wüten und zu zerstören, doch die ‚Oberhand‘ behält Gott. Auch Satan ist Gott und Seinem Plan unterworfen. Und was Hiob erlebt, ist in seiner Härte und Größe sicher nicht alltäglich, aber dass dergleichen jedem von uns passiert, steht außer Frage.

Wir werden geprüft, wir werden versucht, wir werden gedemütigt. Das ist die Erziehungsweise Gottes. In Seiner Liebe ist er so sehr um uns bemüht, dass er nichts unversucht lässt, uns auf den richtigen Weg zu bringen. Krankheiten und Not – das lässt uns Hiob erkennen – sind nicht notwendigerweise die Folgen von Sünde, sondern die Folgen der Gefallenheit dieser Welt. Dass diese Welt gefallen ist, hängt stark mit den Verführungen Satans zusammen und was in dieser Welt geschieht, ist allzuoft von dem Gegner gesteuert oder initiiert. Aber als Christen können wir nicht einfach alles auf eine Besessenheit dürch böse Geister abschieben, denn wie lesen wir in Matthäus 15:

18 Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. 19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.

und in Markus 7:

21 Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, 22 Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. 23 All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.

Wir selbst sind nur allzugern bereit, Sünde zu begehen, weil dies in unserem alten Menschen drin steckt. Der Mensch wird als Egoist geboren und bleibt es letztlich sein Leben lang. Durch die Kraft des Heiligen Geistes können viele Auswirkungen dieses Egoismus ersetzt werden durch das Gute, dass wir tun und denken sollen.

Sehen wir uns Hiob an: ein Vater, der für seine Kinder betet, ein Mann, den Gott mit großem Reichtum gesegnet hat, ein rechtschaffener Mann, der sogar einen Pakt mit seinen Augen geschlossen hatte und seine Gedanken unter die Zucht des Herrn gestellt hat. Für alle ist es sichtbar, dass er ein rechtschaffener Mann ist. Und dafür hält sich somit auch Hiob, denn alle Welt kann ihm dies bestätigen. Und so ein Mann wird plötzlich niedergeworfen und in den Abgrund von Trauer, Tod und Krankheit sowie Armut gestoßen? Was konnte den gerechten Gott dazu bewegen, dies diesem Manne anzutun? Da musste also doch Sünde in seinem Leben sein! Gott tut dies keinem Menschen an, wenn er untadelig und rechtschaffen ist.

Aber was muss Hiob, was müssen seine Freunde am Ende erkennen? Dass sie nichts Erkennen können, was in Gottes Willen liegt und welches Seine Pläne sind. Hiobs Antworten auf die Anklagen seiner Freunde waren zwar geprägt von einem starken Glauben an Gott, aber auch davon, dass er sich selbst falsch einschätzte und sich sogar für gerecht erklärte. Kein Mensch kann sich selbst für gerecht erklären. Kein Mensch kann Gott der Dinge anklagen, die ihm zustoßen. Wenn er es tut, dann setzt er sich damit ins Unrecht und begeht eine Sünde.

Arno C. Gaebelein schreibt in seinem Kommentar:

„Die Botschaft des Buches Hiob beschäftigt sich mit dem Leiden der Gerechten. Warum leiden die Gottseligen? Wie kann ihr Leiden mit der Gerechtigkeit Gottes in Einklang gebracht werden? Wenn Gott Liebe ist und er diese seinen Heiligen zuwendet, warum durchleben sie dann Drangsale? Mit einem Wort: Das Thema des Buches beinhaltet das Geheimnis des Leidens. Die Antwort auf diese Fragen bezüglich des Leidens der Gottseligen besteht aus zwei Aspekten. Gott läßt ihr Leiden zu, damit er seine Herrlichkeit offenbaren kann. Dies entnehmen wir den ersten beiden Kapiteln. Gott wurde verherrlicht, als Hiob – durch seine Gnade und durch seine Macht dazu befähigt – inmitten der Glut der von ihm durchlebten Prüfungen nicht sündigte. Dann läßt Gott die Gerechten um ihres eigenen Nutzens willen leiden. Dies war eine heilsame Erfahrung für Hiob. Die Leiden züchtigten ihn und gaben ihm Anteil an großem Segen. Darin besteht die zweifache Antwort im Buch Hiob hinsichtlich des Leidens des Volkes Gottes. Und dennoch gibt es ein Geheimnis des Leidens, das erst dann völlig enthüllt werden wird, wenn Gottes Heilige vor ihm stehen und »erkennen (werden), gleich wie auch wir erkannt worden« sind. Bis dahin wandeln wir im Glauben und vertrauen dem, der uns gesagt hat, »daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken« (Röm 8,28).“

Selbst Jesus musste leiden, damit wir Gott näher kommen konnten als je zuvor. Jede Art Leiden ist eine Prüfung und wir tun gut daran, uns auch im Leiden am Wort Gottes festzuhalten. Möge Er uns die Weisheit und Stärke geben, genau das zu tun!

 

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