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Gemeinde

Einige Gedanken zur Hauskirche

Wie war das damals in Jerusalem? 3000 Mann in einer Hauskirche? – Eher war dies die erste Megachurch. Dennoch, wo sich wenige Menschen versammeln und regelmäßig Gemeinschaft haben wollen, um dem Herrn Lob und Ehre zu geben, um in Seinem Wort zu studieren und Sein Wort zu hören – da ist Gemeinde. Sind alle diese Menschen einer größeren Gemeinde angeschlossen, so ist es ’nur‘ ein Hauskreis. Wo aber keine größere Gemeinde da ist, der sich der Kreis anschließen will, da ist der Weg offen für die grundlegendste Form von Gottesdienst.

Generell ist jede Gruppe von Gläubigen völlig frei, sich regelmäßig in welchem Rahmen auch immer zu treffen und gemeinsame Aktionen durchzuführen.

Braucht man dazu ein eigenes Gebäude? Nein, jeder Raum, der groß genug ist, alle Menschen der Gruppe zu fassen, ist geeignet – und wenn es eine Turnhalle oder Scheune ist.

Braucht man dazu ein Programm? Nein, denn die Bibel macht uns hierzu keine Vorschriften. Sicher wird sich eine junge Gemeinde häufig treffen, um einfach Gemeinschaft zu haben. Sie muss aber nicht um als Gemeinde zu gelten, Missionsarbeit leisten, Kindergruppen unterhalten und andere große Dienste tun.

Braucht eine Gemeinde Älteste und Diakone? Die Schrift spricht vom Priestertum aller Gläubigen. Es liegt auf der Hand, dass in einer kleinen Gemeinde alle mit anpacken müssen. Das sollte zwar auch in einer großen Gemeinde der Fall sein, aber allzuoft lassen sich Gläubige zum reinen Konsumententum verkommen. In einer kleinen Gruppe ist es aber unabdingbar, dass alle anfassen, wo es nötig ist. Ein Gottesdienst sollte zumindest soweit vorbereitet sein, dass ein musisch begabter Christ die Gruppe im gesungenen Lobpreis unterstützen kann. Auch sollte jemand eine Wortverkündigung sowie eine Auslegung vorbereiten, damit die Gläubigen gestärkt werden. Je nach Bedarf muss sich vielleicht jemand gesondert um die Kinder kümmern. Das muss und soll auch nicht immer von denselben Leuten gemacht werden. Jeder soll seine Gaben segensreich für den Herrn und die kleine Gemeinde einsetzen.

Eine Hausgemeinde kann m.E. nur funktionieren, wenn ihre Mitglieder räumlich nahe beieinander wohnen. Nur so kann Gemeinschaft auch unter der Woche wirklich gut gelebt werden.

Ein wöchentlicher Gottesdienst kann dann so aussehen, dass man sich so gegen 11:00 versammelt, einen Lobpreis abhält und eine Verkündigung sich anschließt. Dann könnte man in ein gemeinsames Mittagessen überleiten, sich anschließend austauschen, Studien anstellen oder Aktionen planen. Dies alles muss nicht notwendigerweise unter dem Dach eines eingetragenen Vereins geschehen. Gelder lassen sich auch anderweitig verwalten.

Im Mittelpunkt soll und muss die Gemeinschaft mit ständigem Austausch, gegenseitiger Anteilnahme und Fürbitte stehen. Nur so ist ein guter Zusammenhalt gewährleistet für alle, die das Wort Gottes ernst nehmen.

Eine Hauskirche ist kein Experimentierkasten für Gemeindemüde, aber auch kein Experiment, wo etwas grundlegend Neues ausprobiert wird. In Ländern mit Christenverfolgung sind Untergrund- und Hausgemeinden geradezu üblich und zwangsläufig und: jede Gemeinde hat mal klein angefangen. Wenn Gott etwas größeres daraus machen will, so wird er es tun. Wenn er will, dass es klein bleibt, so ist auch das gut.

Kann eine solche Gemeinde vollständig für sich selbst sorgen? Ja, kann sie. Sie kann aber auch die Angebote verschiedener großer Gemeinden, Missionswerke oder Bibelschulen annehmen und Seminare zur Fortbildung oder Vorträge besuchen. Es gibt auch genügend Literatur zum Selbststudium und diverse Online-Kurse. Auch ist es Hauskirchen natürlich freigestellt, sich zu vernetzen und mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen. Auch das ist biblisch belegt in den Apostelkonzilen.

Von daher gilt: es muss nicht gleich mit großem Tamtam und großen Geldmengen anfangen, sondern kann ganz bescheiden wachsen und gedeihen. Eine Hauskirche muss sich weder vor ‚großen‘ Gemeinden verstecken, noch muss sie fürchten, selbst eines Tages groß zu werden. Gott hat mit Israel auch ganz klein angefangen und es zu einem großen Volk gemacht. Dass sie es nicht lange geblieben sind, haben sie nur ihrem Starrsinn, ihrer Eitelkeit und ihrem Egoismus zu verdanken. Ebenso wie wir heutzutage …

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