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Persönliches

Zum Jahresende 2011

Dieses Jahr war voller Wunder und Überraschungen. Es begann – könnte man sagen – mit einem Knall. Nicht etwa, dass uns ein Silvesterknaller ins Haus gefahren wäre, nein, der Herr fand es an der Zeit, die Handbremse zu ziehen. Zugleich hatte er mich aber innerlich bereits auf eine Veränderung vorbereitet. Nur wusste ich lange Zeit nicht, wohin die Reise führen sollte. Etwa anderthalb Jahre war ich in der Gemeindegründung aktiv gewesen, hatte mich in Hauskreis, Gottesdienst und öffentlichen Aktionen engagiert – und doch war bei mir noch nicht so richtig der Funke übergesprungen. Nachdem ich im letzten Jahr meine Arbeitszeit um 20% gekürzt hatte, um die neuen Aufgaben im Wochenablauf unterzubringen, sollte dieses Jahr die Wende kommen. Sie kam – aber aus einer anderen Richtung.

Meine Frau gab den entscheidenden Impuls. Ich musste einsehen und erschreckt feststellen, dass ich zwar geistlich auf einem guten Weg gewesen war, jedoch dabei meine Familie hinter mir gelassen hatte, statt sie mitzunehmen. Es hätte dazu auch keine reelle Möglichkeit gegeben, denn 3 Kinder machen genug Arbeit. Also musste ich einen Schlussstrich ziehen. Aber statt mich mit Händen und Füßen gegen die neue Situation zu wehren, konnte ich sie direkt annehmen und hatte dabei keinerlei Trennungsschmerz. Selbstverständlich ließ ich die Gemeindegründungsgruppe ungern im Stich und es hätte auch noch viel zu lernen gegeben, aber es wäre eben nur mir zu Gute gekommen und nicht meiner ganzen Familie. Dies musste ich einsehen: Gott hat die Familie an die 2. Stelle Seiner Prioritäten für mein persönliches Leben gestellt. Und wo bitte gibt es lohnendere ‚Objekte‘ der geistlichen Arbeit? Wo gibt es wohl größere Herausforderungen für das geistliche Wachstum? Und wo wäre dies dringlicher als in der Familie?

Dem Manne ist die Familie von Gott an die Hand gegeben, damit er die Frau dem Herrn bewahre und die Kinder zusammen mit seiner Frau zu Gott führt. Wer hier schuldhaft versagt, wird dem Herrn vor dem großen weißen Thron einiges zu erklären haben.

Nun tat sich für mich also ein ganz neues Betätigungsfeld auf (eigentlich hatte ich den Acker nur zu lange – fast – brach liegen lassen). Meine übliche Herangehensweise erwies sich auch hier als vielversprechender Ansatz: eine Anfrage an die allwissende Müllhalde (vulgo: das Internet) fördert einige höchst erbauliche, aber auch herausfordernde Vorträge und Unterlagen zu Tage. Insbesondere dem unermüdlichen Roger Peugh verdanke ich hier einige sehr wertvolle Hinweise und Erkenntnisse, die von deutscher Seite durch Wilfried und Sylvia Plock bestätigt und ergänzt wurden. So ‚bewaffnet‘ waren denn auch die Bücher der Feldhahns und Gary Chapmans ‚Die 5 Sprachen der Liebe‘ höchst willkommene Augenöffner. Nicht dass die Herausforderungen nun im Handumdrehen gestemmt werden konnten, aber die Methoden konnten verfeinert werden, wenn auch noch viele Baustellen einfach offen sind.

Die nächste Überraschung des Jahres offenbarte sich in dem völlig unerwarteten Auftauchen meines Halbbruders aus der zweiten Ehe meines Vaters. Dieser war nach längerer Recherche auf meinen Blog gestoßen und hatte mich daraufhin kontaktiert. Inzwischen haben wir ein ganz normales verwandtschaftliches Verhältnis und ich bin dem Herrn dankbar für dieses große Geschenk.

Mittlerweile konnte ich auch wieder einige kleinere Gemeindedienste übernehmen, so die Mitarbeit beim Glaubensgrundkurs, der Ehearbeit und – eher lose – in der Leihbücherei als ‚Lektor‘. Im Beruf stellte das Amt des Betriebsrates neue und nicht immer einfache Herausforderungen an mich, denen ich mich doch auch dank der Unterstützung des Teams gerne gestellt habe und auch weiter stellen werde.

Aber der Herr benutzt auch die weniger angenehmen Dinge des Lebens, um unser Wachstum zu fördern. Nachdem im Herbst 2010 ein junges Paar aus der Gemeinde ein Kind mit Herzfehler und Kiefergaumenspalte zur Welt gebracht hatte, ließ dieses Paar über einen eigens dafür eingerichteten Blog alle Welt an Freud und Leid dieser leider viel zu kurzen Eltern-Kind-Beziehung teilnehmen. Ein großartiges Zeugnis, das jedermann Mut macht, auch im Leid dem Herrn zu vertrauen und darauf, dass Er keine Fehler macht.

Ein weiterer Todesfall ereilte die Gemeinde just am 23. Dezember. Ein Bruder im Herrn, 31 Jahre jung, verheiratet, 2 kleine Kinder – Herzversagen! Auch hier können wir nur staunen, wie sehr Gott Menschen trägt, die auf Ihn vertrauen. Die Witwe ergibt sich nicht dem Schmerz, sondern ordnet tatkräftig einige gebrochenen Familienverhältnisse neu, die Eltern teilen ihre Trauer ganz offen mit der Gemeinde, nicht ohne darauf zu verweisen, dass Gott uns liebe Menschen nur für eine kurze Zeit nimmt und wir anschließend die Ewigkeit zusammen verbringen dürfen.

Der Herr ist der Herr über Leben und Tod, Er allein entscheidet, wer lebt und wer stirbt. Seiner souveränen Entscheidung dürfen wir vertrauen, denn Er macht keine Fehler.

So geht dieses Jahr recht besinnlich zu Ende.

Ich bin sehr gespannt, welche Überraschungen, Einsichten und Herausforderungen der Herr für 2012 für uns alle bereit hält. Ich vertraue aber weiterhin Seiner Führung – auch wenn ich mich zuweilen bockig stelle. Letzten Endes hat sich bisher immer wieder herausgestellt, dass Er nicht nur recht behält, sondern es auch besser kann und weiß.

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Über Michael Richter

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