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Was fällt mir eigentlich ein?!

 

Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir alle Tage bis an das Ende der Welt. Diese Aufforderung und Zusage gilt auch für mich. Was bedeutet das denn wirklich? Ich stelle mir immer vor (und ich weiß aus den Schilderungen anderer, dass ich damit nicht allein bin) dass Jesus um mich herum ist (also der Jesus, den ich von Filmen und Bildern kenne: langes Gewand, lange Haare, Vollbart …), um mich zu leiten, zu begleiten und aufzuheben oder auchzu tragen. Aber ist es nicht eigentlich ganz anders? Was ist denn die Trinität? Gott, Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist. Sie sind eins und jeder von diesen Personen ist ganz Gott. Gott Vater sitzt auf dem Thron, zu Seiner Rechten sitzt Gott, der Sohn, den wir unter dem Namen Jesus kennen gelernt haben. Gott ist Geist und Gott sendet Seinen Geist und gibt Ihn denen, die an Ihn und die Erlösungstat Jesu glauben. Aber dieser Heilige Geist ist nicht ein Stück Gott, dass Er an uns dran flanscht. Der Heilige Geist ist auch keine ‚Leitung nach oben‘. Bin ich nicht versiegelt mit dem Heiligen Geist? Da steht mir auch immer dieses Bild von dem Geist in der Flasche vor Augen: Geist rein, Korken drauf – fertig. Da ist er nun drin und kommt nicht mehr raus.

Alle Bilder versagen völlig gegenüber dem, was hier wirklich geschieht: der Heilige Geist ist ganz Gott und Er wohnt in mir. In mir wohnt der ganze Gott! Durch Seine souveräne Entscheidung, mich auszuwählen, hat Er höchstpersönlich in der Person des Heiligen Geistes in mir Platz genommen. Gott ist nicht fern im Himmel auf seinem Thron. Da ist auch kein Jesus, der ständig um mich herum wuselt, um mich zu beschützen. Der Heilige Geist ist auch kein Arm eines vielfüßigen Kraken, mit dem Er mich festhält. Vergiss diese Bilder. Sie sind ein schlechter Abglanz der Wirklichkeit. Sie machen Gott ganz klein. Sie verleiten dazu, Gott weniger zuzutrauen, als Er wirklich möchte. Er arbeitet nicht von außen an mir und schaut dabei gleichzeitig in meinen Kopf. Er hebt mich nicht physisch auf und trägt mich, wenn ich nicht mehr weiter kann. Nein, Gott selbst ist in mir selbst und ist bereit, mir in allen Lebenslagen die notwendige Unterstützung zu geben. Gott ist nicht zum Teil in mir, sondern ganz und vollständig. Ich bin Ihm nicht zu klein, als dass Er nicht Wohnung in mir nehmen würde. Israel war Ihm nicht zu klein, als dass Er nicht mitten unter Seinem Volk wohnen genommen hätte. Deshalb gilt ja auch: Gott ist immer da. Er entfernt sich keinen Millimeter von mir. Denn Er ist in mir! Nicht irgendeine Vorstellung davon führt mich zur Wahrheit, sondern das Unvorstellbare: der ganze, große, herrliche, unfehlbare, sündlose, gerechte, liebevolle, gnädige, barmherzige Gott wohnt mit all Seiner Majestät, Kraft und Liebe in mir.

Wer bin ich eigentlich, dass ich dann noch rebelliere? Warum wehre ich mich gegen Seine Führung? Warum bin ich dennoch immer wieder bereit, auf die Verlockungen der Welt zu hören? Was verleitet mich dazu, voller Angst und Wut in die Welt zu schauen? Warum ist mein Ich scheinbar stärker als Er? Warum lässt Gott sich so viel Zeit mit mir? Wie groß muss Seine Liebe sein, wenn Er sich über 50, 60, 80 Jahre ohne Unterlass und ohne müde zu werden um einen Menschen kümmert, der sich ständig gegen Seine Führung wehrt? Wie unendlich größer muss Seine Liebe sein, wenn Er dies für Millionen von Menschen tut? Mein freier Wille ist ein Geschenk von Ihm. Er wusste von Anfang an, was ich damit anfangen würde. Und dennoch ist Er immer bei mir! Er kannte meine Rebellion von Anfang an – und dennoch gibt Er nicht auf! Er wusste bei Grundlegung der Welt, dass ich Ihm Schmerzen zufügen würde – und doch hält Er zu mir! Ich nutze Sein Geschenk schamlos aus und doch lässt Er mich nicht fallen. Das geknickte Rohr wird er nicht brechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen! Wie wenig kann ich für Ihn tun und selbst das Wenige fällt mir so schwer! Wo ist meine Dankbarkeit? Wo ist meine Demut? Wo ist meine völlige Unterwerfung unter den, der Alles in Allem ist, der mich geschaffen hat und mich für die Ewigkeit auserkoren hat? Ist die Ewigkeit etwa nicht erstrebenswert? Was ist schlimm an einem Ort, wo absolute Zufriedenheit, absoluter Friede, absolutes Glück herrschen? Könnte es in der phyischen Gegenwart Gottes etwa langweilig werden? Welche Ablenkung habe ich nicht schon ausprobiert, um Ruhe zu finden, um mir Wünsche zu erfüllen, um einfach abzuschalten? Was für ein Frevel!

Gott ist das Zentrum von Allem! Gott allein erfüllt all unsere Bedürfnisse.

Nicht auf Satan oder die Welt darf ich die Schuld für all dies schieben. Und Gott hat damit schon gar nichts zu tun. Ich bin es, der rebelliert. Ich bin es, der Seiner Herrlichkeit so wenig abgewinnen kann. Ich bin es, der Seine Führung verschmäht und alles alleine machen will. Ich! Ich! Ich!

Im katholischen Ritus gibt es dazu einen sehr passenden Ausdruck: Mea culpa, mea maxima culpa. Meine Schuld, meine große Schuld. So groß ist diese Schuld, dass Gott sich klein machen musste, um als Mensch auf diese Erde zu kommen und die allergrößte Schmach zu erleiden. Dort am Kreuz hing er für mich! Für mich! Was ist so schwer daran, das einfach anzunehmen?

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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