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Persönliches

Die Essenz?

Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, und die Liebe ist die größte. (1 Kor 13,13)

Ist das nicht die Essenz des Christseins?

Der Glaube – von Gott initiiert, von Gott geschenkt, von Gott bewahrt. Vielfach als das Element verkannt, das der Mensch Gott gibt oder der Mensch sich aussucht. Doch Gottes Souveränität lässt diesen Schluss gar nicht zu. Wenn ich frei darüber entscheiden könnte, ob ich glaube oder nicht, häte ich doch nie im Leben diesen Schritt gewagt. Christsein ist unmöglich! Je tiefer ich in Erkenntnis und auch Weisheit vorrücke, desto mehr wird mir bewusst, dass das alles gar nicht sein kann. Und doch ist es. Nicht einfach, weil ich ein paar Regeln beachte und mir – nach und nach – auch eine gewisse Disziplin aneigne. Nicht weil ich regelmäßig Bibel lese, bete, Predigten höre und gute Bücher lese. Nicht weil ich etwas tue, bin ich Gott gefällig. Sondern weil Gott mir etwas geschenkt hat, auf Grund dessen ich zu alledem befähigt bin. Allein durch Seine Gnade hat Er mich in die Lage versetzt, von Ihm die Befähigung für all diese Dinge zu erhalten. Stück für Stück und Schritt für Schritt. Hätte ich an diesem Prozess einen eigenen Anteil, wäre Gott nicht Gott sondern ein dienstbarer Geist. Mein Glaube ist ein Ergebnis Seiner Gnade. Er erwählte mich zum Glauben an Ihn. Zwar bin ich fähig, diesen Glauben zu dämpfen, aber los werden kann ich ihn nach Seinem ewigen Ratschluss nicht mehr. Denn es war Seine Entscheidung, die mich dahin brachte und nicht meine.

Was ist nun dieser Glaube? Dieser Glaube ist das tiefgreifende Fürwahrhalten von Gottes Existenz, Seiner Allmacht, Seiner Allgenügsamkeit, Seiner Allwissenheit, Seiner Allgegenwart. Dieser Glaube ist die allumfassende Erkenntnis, dass ich ein todeswürdiger Sünder bin, der vor den Augen Gottes keinerlei Bestand haben kann und zu nichts weiter als dem ewigen Feuer taugt. Dieser Glaube ist das Fürwahrhalten des Opfers Jesu Christi, dass Er für meine Sünden gestorben ist, dass Er das allgenügsame Opfer für meine Sünden ist, dass ich durch dieses Opfer Sühnung all meiner Schuld erfahre. Dieser Glaube ist das Fürwahrhalten Seiner Treue in Ewigkeit, Seiner überbordenden Liebe in Ewigkeit, Seiner absoluten Gnade für mein Leben, Seiner fortwährenden Barmherzigkeit und Seiner absoluten Gerechtigkeit.

Gott allein ist es, der in meinem Leben dafür Sorge trägt und mich befähigt, all die Dinge zu tun, die ich tue. Er lässt mich jeden Morgen aufstehen. Er schenkte mir meine Frau, Er schenkte uns Kinder, Er versorgt uns mit Speise, Trank und Kleidung, Er hat uns unser Haus geschenkt und all die anderen Dinge in unserem Besitz. Er verbleibt jedoch der Eigentümer all dessen, ich bin nur Verwalter dieser Dinge. Der von Ihm geschenkte Glaube stachelt mich an zu treuer Verwalterschaft, zur fortschreitenden Heiligung, zum Nachsinnen über Sein Wort, zum Dienst an Seiner Gemeinde. Nichts auf Erden ist mein, alles ist Sein – doch ich darf von Seinem Gabentisch in Hülle und Fülle nehmen, ohne mich dessen schämen zu müssen. Denn was könnte ich mir nehmen, was nicht Sein ist? Wovon wäre weniger da, als ich brauche? Wovon bliebe nicht für andere, wenn ich es nehme? Alles ist Sein, nichts ist wirklich mein.

Das ist mein Glaube, den Er mir geschenkt hat. Lob und Ehre sei Ihm, dem ewigen Gott, für Seine unglaubliche, aber dafür absolut glaubwürdige, ewige Liebe.

Welche Hoffnung habe ich also? Nicht die Hoffnung auf ein besseres irdisches Leben soll mich treiben. Nicht die Hoffnung auf ein diffuses „Alles wird gut“ steht am Ende. Nicht die Hoffnung darauf, dass alles easy going ist. Nicht die Hoffnung, dass mit Gott im Leben alles glatt läuft, keine Katastrophen über mich hereinbrechen, keine Krankheiten mich niederwerfen, keine Armut mich trifft, kein Krieg mein Land verwüstet. Wenn es denn doch so kommt, so ist es überbordende Gnade, nicht mehr aber auch keinesfalls weniger. Auch kann ich all dies von meinem Herrn erbitten und darauf hoffen, dass Er mich erhört. Doch darf ich genauso festen und sicheren Schrittes alle Fährnisse des Lebens aus Seiner Hand annehmen und darauf vertrauen, dass es mir zum Guten wird und dass Er alles in Seiner Hand hält. Meine Hoffnung richtet sich aber auf die Ewigkeit, wo tatsächlich alles gut wird, wo tatsächlich keinerlei Not herrscht, wo alle Tränen abgewischt werden, wo ewiger Friede herrscht, wo keinerlei Mangel ist, wo fröhliche Gemeinschaft mit Gott ist, wo keine Ende mehr ist in der Glückseligkeit.

Diese Hoffnung hängt eng mit dem Glauben zusammen. Glaube ich das Eine, so hoffe ich das andere. Beides ist ein Fürwahrhalten von Vergangenem und Zukünftigem. Während der Glaube sich auf die Zusagen Gottes in Seinem Wort beruft, beruft sich die Hoffnung auf die zukünftige Erfüllung Seines Wortes.

Doch die größte ist die Liebe. Denn es hat niemand mehr Liebe, als wenn er sein Leben für seine Freunde lässt. Genau das hat Gott in Jesus Christus getan! Seine größte Liebestat war das Kreuz auf Golgatha. Das Kreuz – ein Abschaum für den Menschen, ein Triumph für Gott! In Seiner Liebe kümmert Er sich seit Jahrtausenden um widerspenstige, halsstarrige, egoistische, sündige, kleine, nichtsnützige Würmer. Doch in Seiner Gnade werden wir zu Seinen Kindern, die Er hegt und pflegt mit allen nur denkbaren Opfern. Die Er überreich beschenkt, die Er nie mehr loslässt, deren Blick Ihm das Herz raubt.

Und noch dazu befähigt Er uns zu der gleichen Liebe: Ihr Männer, liebet eure Frauen wie euch selbst. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe deine Feinde wie dich selbst. Ehre den einen, wahrhaftigen, lebendigen Gott und liebe alle, alle, alle Menschen – das ist der ganze Auftrag. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Und diese Liebe ist kein Gefühl, dass sich abhängig macht von Gegenliebe. Diese Liebe ist keine Investition, die auf Wertschöpfung wartet. Diese Liebe ist völlig unabhängig von allen menschlichen Regungen und Segnungen. Sie ist einzig von Gott abhängig, von dem, Der im Überfluss davon hat und im Überfluss davon gibt, ohne dass sie weniger wird. Diese Liebe ist eine Entscheidung, die aufgrund meines (geschenkten!!) Glaubens getroffen wird. Diese Liebe ist unser Werkzeug zur Verbreitung der Liebe Gottes. Die Liebe lässt nicht nach, wenn alles nur noch schlimmer wird – sie lässt nach, wenn ich im Glauben und in der Hoffnung nachlasse.

Was ist meine Motivation, weiter zu machen? Die Geschenke Gottes, die mich jeden Tag aufs Neue überwältigen. Die Treue Gottes, die mich trägt. Die Nähe Gottes, auch wenn ich Ihn nicht spüre. Die Gnade Gottes, auch wenn ich untreu bin. Alles ist in Ihm, alles kommt von Ihm. Er ist Gott und mein Herr. Punkt.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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