//
du liest...
Persönliches

Heilsgewissheit

Nicht umsonst hat der Herr mir (wieder einmal) eine interessante Predigt gezeigt. Darin legt ein amerikanischer Prediger der Gemeinde das Thema Heilsgewissheit aus. Er fängt damit an, zu klären, was es damit auf sich hat, um dann die Angriffe des Satans darzulegen und Strategien gegen diese Angriffe aufzuzeigen. Hierbei ist die Hauptwaffe natürlich das Wort des Herrn.

Er zeigt darin auch auf, dass auf Gefühle keinerlei Verlass ist. Wenn es dieser Welt einst gelungen ist, meine Gefühlswelt aufs tiefste zu verunreinigen, wenn es dieser Welt gelungen ist, dass ich mehr auf äußere Eindrücke als auf Wissen gebe, wenn es dieser Welt gelungen ist, dass ich mein Innerstes Fühlen fest verschlossen habe, so nimmt es keineswegs Wunder, wenn meine Gefühlswelt in Bezug auf Gott zutiefst widersprüchlich ist. Denn hier findet ja ein großer Teil des Kampfes statt. Hier will der Heilige Geist das Kind Gottes aus den Fängen der Welt befreien, um es zu einem neuen Menschen zu machen. Hier treffen das Wollen im Herrn und das Tun der Welt aufeinander. Hier zerrt es von allen Seiten an mir. Vielleicht ist es meiner Sensibilität zu verdanken, dass ich diese Dinge so stark spüre und dass sie mich deswegen so stark beeinflussen.

Ist denn die Hoffnung eine Hoffnung des Herzens? Kann das Herz denn auf Dinge hoffen, die es gar nicht sieht und weiß? Denn das Herz ist sprunghaft, es flattert wie die Fahne im Wind. Einzig was mein Geist aufnimmt und für wahr hält, kann Hoffnung erzeugen und daran kann ich mich klammern. Damit kann ich auch mein Herz mitziehen, aber dieses Herz wird den Tod nicht überleben, sondern mein Geist, der sich mit dem Heiligen Geist verbinden will. Der Heilige Geist ist nicht fleischlich, sondern eben Geist. Die eigentliche Schaltzentrale des Menschen ist nicht sein Herz sondern sein Geist. Wenn Mann und Frau sich von Herzen zugetan sind, handeln sie unter Umständen nicht mehr vernünftig. Gott ist aber auch ein Gott der Vernunft. Wie sonst kann ich im Leiden (des Herzens) einen Lob Gottes zustande bringen? Das Herz ist zutiefst bekümmert, aber der Kopf sagt dem Herzen, wo es sich hinwenden kann. Heißt es nicht: Mehr als alles andere behüte dein Herz? Ja wer soll es denn behüten? Kann das Herz sich selbst behüten? Wohl nicht. Wer ist also Hüter des Herzens? – Der Geist des Menschen. Und wenn dieser Geist vom Heiligen Geist beeinflusst und günstigenfalls auch beherrscht wird, dann hat das Herz nichts mehr zu sagen, dann ist ein Störfaktor. Dann ist es ein kleines störrisches Kind, dass nicht will, was es soll, und wenn es noch so gut wäre. Somit haben Gefühle erst mal nichts im Glauben verloren. Denn wie viele lassen sich von gutem Lobpreis erheben, können dies aber nicht in Glaubenstaten umsetzen? Da kommt beim Singen ein gutes Gefühl auf, dass man für Gottseligkeit hält und dann will man es immer haben. So hört man denn den ganzen Tag Lobpreis, hat dieses gute Gefühl, aber es folgen keine Taten daraus. Man kommt in Feierlaune, obwohl es nichts zu feiern gibt. Und wenn die Musik vorbei ist, ist auch das Gefühl vorbei – das kann kein echter Glaube sein. Manche legen gesteigerten Wert darauf, dass beim Sündenbekenntnis Tränen fließen. Doch ist dies wirklich ein Gradmesser für die Tiefe meiner Schulderkenntnis? Reagiert nicht jeder anders auf diese Erkenntnis? Ist es etwa nicht richtig, dann direkt in die Arme des Vaters zu fliehen und sich dort Trost und Befreiung zu holen? Müssen dabei unbedingt Tränen fließen? Ich denke, man kann beides heucheln: mit Tränen und auch ohne.

Wenn ich das Wort Gottes aufnehme, so kann ich natürlich auch im Herzen berührt sein. Das ist aber nicht die Hauptsache. Die Hauptsache ist doch wohl, dass ich verstehe, was Jesus für mich getan hat, warum Er es getan hat, wie Er es getan hat und dass es auch zu meiner persönlichen Rettung wegen meiner persönlichen Schuld geschah. Ob die Gesellschaft jetzt erwartet, dass jemand darüber in Tränen ausbricht oder nicht, kann doch nicht Maßstab des Glaubens sein. Wenn ich mich vom Geist Gottes leiten lassen will, so geschieht das in meinem Kopf (also in meinem Geist). Und der Geist zieht das Fleisch mit. Das kann auch mal mit Tränen einhergehen, muss aber nicht. Vielleicht gebe ich mich Gefühlen nicht so gerne hin, weil es den Verlust von Selbstkontrolle bedeutet. Sicherlich ist auch hier noch ein Lernfeld, das nicht brach liegen sollte. Dieser Kampf wird mein Leben lang währen. So richtig frei werde ich erst in der Ewigkeit sein.

Bis dahin darf ich mir aber meines Herrn sicher sein. Denn bei allen Zweifeln schimmert doch zumindest die einfache Logik des Glaubens durch: wenn mich meine Sünden so bekümmern, arbeitet Gott an mir und hat mich nicht verlassen. Wenn ich mich zu Seinem Wort gedrängt fühle, will Er noch mit mir arbeiten. Ist mein Panzer auch noch so hart und dick, Sein Meißel wird ihn durchdringen und den neuen Menschen hervorbringen. Nicht Vorbilder oder Abziehbilder sind meine Richtschnur, sondern Jesus und das Wort Gottes. Es darf kein Jesus plus … geben. Nur Jesus pur gilt!

Was also kann ich tun?

Ich muss lernen, den Einflüsterungen Satans und meinen fleischlichen Schlussfolgerungen keinen Raum mehr in meinen Gedanken zu geben. Ich muss lernen, mich nicht eine Sekunde lang sündigen Gedanken hinzugeben. Ich muss am Wort des Herrn bleiben. Einiges davon kann mechanisch erfolgen, das andere besorgt Gott. Es liegt aber letztlich an mir, wie viel der Meißel Gottes bei mir weg schlagen kann und ob dies nun eher schnell oder eher langsam geht.

Ich würde es als großes Wunder Gottes ansehen, wenn ich manche Dinge von jetzt auf gleich könnte. Aber hätte es dann auch den tiefen Eindruck, den eine langfristige Umwandlung hätte? Muss ich nicht kämpfen lernen, damit ich im Kampf siegreich sein kann? Muss ich nicht Geduld lernen, damit ich des Herrn Zeit abwarten kann und nicht meine Zeit abwarte? Es heißt, aus Fehlern lernt man. Wenn der Weg schnurgerade und pfeilschnell Richtung Himmel geht, wo ist dann mein Kreuz, das ich doch auf mich nehmen soll? Schau ich zurück auf die Glaubensmänner der Schrift, so hat jeder seine Krise(n) gehabt. Teilweise gingen diese Krisen bis hinein in eine tiefe Depression mit Selbstmordgedanken. Natürlich wünscht sich jeder Christ, jetzt und heute beim Herrn sein zu dürfen. Aber ich muss ausharren. Ausharren im Glauben. Glauben darauf, dass mein Herr und Vater ALLES richtig macht. Glauben darauf, dass Er KEINE Fehler macht. Vertrauen darauf, dass ich SEIN Kind BIN und Er nicht mehr mein Richter ist.

Wenn ich mir selbst einrede (oder einreden lasse), dass, wenn ich heute nicht mindestens 10 Mal an den Herrn gedacht habe, Er mich fallen lässt, so ist das falsch. Es entspricht nicht der Wahrheit der Bibel. Wie lange hat David versucht, die Geschehnisse um Bathseba vor Gott geheim zu halten? Das waren doch mindestens 6 Monate.

Wenn der Gedanke daran, dass ich mich heiligen könnte, wenn ich 24 Stunden auf dem Bauch liegend auf dem Boden vor dem Herrn liege, so ist es falsch, weil das reine auf dem Boden liegen ist nichts weiter als eine Turnübung, die ohne Sinn ist und bleibt, wenn nicht der Geist des Herrn mich dazu treibt. Es kann nicht an meiner äußeren Gebetshaltung liegen. Es muss von innen kommen.

Wenn ich nun weiß, was richtig ist, und es nicht tue, so gereicht es mir zur Sünde. Ich darf aber nicht dazu übergehen, andere zu kopieren. Ich darf auch nicht darauf hoffen, dass Gott gnädig über etwas hinweg sieht, was bereits eindeutig als Sünde vor meinem Auge steht.

Wenn ich nach den Sünden in meinem Leben suche, habe ich das Gefühl, da sind noch Dinge, die ich noch nicht erkannt habe und derentwegen Gott mich noch nicht (völlig) angenommen haben kann. Auch das entspricht nicht der Lehre der Bibel. Wenn dem so wäre, wäre Gott treu und gerecht, mir diese wunden Punkte direkt aufzuzeigen. Es (Er!) würde mich dazu drängen, diese Dinge zu bereinigen.

Oh, Herr, manchmal (oder zu oft) verwirren mich diese Gedanken so sehr, dass ich Dich nicht mehr klar erkennen kann. Herr, hilf mir, Dir in allen Dingen zu vertrauen und Dir alle Dinge anzuvertrauen. Hilf mir, meine Zuversicht und Zuflucht nur bei Dir allein zu suchen, denn ich weiß, dass ich ohne Dich nichts bin. Einzig mein dummes Herz lehnt sich gegen Dich auf und verseucht mein Inneres. Lehre mich, es zu bekämpfen. Lehre mich, auf Deinen Geist zu vertrauen. So oft vernehme ich schon dein leitendes Wort, doch ich schiebe es beiseite. Herr, lass Deine Stimme laut werden in mir. Lass mein altes Ich zusammenschrumpfen.

Herr, mein Arbeitsplatz ist bei mir ein einziges Minenfeld. Ständig stolpere ich in die Fallen, die der Satan ausgelegt hat, obwohl ich sie längst kenne. Hilf mir, zu widerstehen, Herr. Ermahne mich, Herr. Ruf mich zurück, Herr. Lass mein Gewissen nicht schweigen. Lass es mich deutlich hören UND ernst nehmen. Lass mich nicht mehr Ablenkung suchen, wenn ich doch Konzentration brauche. Herr, lass mich nicht mitlachen bei den Zoten und abfälligen Witzen. Herr, lass mich meine Augen vor der Verlockung bewahren. Herr, verklebe mir den Mund, wenn doch nur Unrat heraus kommt.

Herr, befreie mein Herz aus der Fessel des Fleisches, damit ich dir auch von Herzen dienen kann.

Wes das Herz voll ist, des quillt der Mund über. Herr, vergib mir, dass mein Herz nicht mit Deinem Wort gefüllt ist, sondern darin noch soviel Unrat ist. Herr, hilf mir, hier gänzlich auszumisten.

Advertisements

Über Michael Richter

please see personal pages on my blog

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Monatsarchiv

%d Bloggern gefällt das: