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Persönliches

Ich, mein, mir

Yawn bringt es auf den Punkt: mein Leben soll nicht daraus bestehen, der Korrektur meines Fehlverhaltens hinterher zu hecheln, sondern mich darauf zu konzentrieren, Gott zu lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzem Verstand. Denn das ist das größte Gebot. Die Liebe zu Gott muss mein Handeln bestimmen und vor allem meinen Dienst. Das Warum ist entscheidend: warum tue ich etwas oder warum lasse ich etwas? Weil Gott es sagt? Weil Er mich sonst furchtbar bestraft? Weil ich mich vor Ihm schuldig fühle? Sollte mich Christi Tod und meine Annahme dieses allgültigen Opfers nicht von der Last der Sünde befreit haben? Gott hat mir in Seinem Sohn alles gegeben, was ich brauche. Darüber hinaus kann ich Ihm nichts mehr geben, was Ihm nicht ohnehin gehört. Stattdessen sollte ich Ihm freiwillig das geben, worauf Er ohnehin Anspruch hat und was Er am meisten will: mich, mein Leben und alles was ich habe, Ihm opfern im täglichen Dienst – an meiner Familie und in meiner Gemeide.

Wie behandle ich Seine Geschöpfe und Seine Gemeinde? Sie gehören Ihm und ich habe keinerlei Anrecht darauf. Wenn meine Frau dem Herrn nicht ganz nachfolgen kann, so ist es meine Verantwortung, sie zu leiten – in dienender Leiterschaft. Wenn meine Kinder den Herrn nicht kennen, so ist es meine Verantwortung, ihnen alles über Gott zu erzählen, was sie wissen müssen, um eine Entscheidung zu treffen. Wenn sie dann Nein sagen, ist es ihre Entscheidung und nicht meine Schuld. Wenn meine Gemeinde nicht perfekt ist, ist es meine Aufgabe, mit dafür zu sorgen, dass die Gemeinde nach Gott strebt. Ich habe kein Anrecht darauf, mich in meiner Gemeinde wohl zu fühlen. Ich habe kein Anrecht darauf, dass sich alle meiner Vorstellung von einem christlichen Leben unterordnen. Ich habe kein Anrecht darauf, von der Gemeinde nur ‚gefüttert‘ zu werden, ohne auch nur den geringsten Gedanken daran zu verschwenden, wie ich dieser Gemeinde etwas zurück geben könnte.

Gott setzt mir Aufgaben. Er stellt mir eine Ehefrau zur Seite, die ich leiten soll: dass sie das Wort Gottes liebt und danach handeln kann. Er schenkt mir Kinder als letztlich lebenslange Aufgabe, damit ich sie zu Ihm führe. Er schenkt mir eine Gemeinde, deren Lehrer die Schrift treu auslegen und wo all die Mühseligen und Beladenen herein kommen, weil sie nach Erquickung suchen. Erquickung ist aber nicht nur der Sonntagsgottesdienst, Erquickung ist auch Gemeinschaft, Erquickung ist gemeinsames Gebet, gemeinsamer Lobpreis, gegenseitige Ermutigung, aber auch gegenseitige Ermahnung, gegenseitiges Zurechtbringen. Es ist Arbeit von früh bis spät. Es sind dies Aufgaben, die wir alle vielleicht lieber nicht wahrnehmen wollen. Aber solange wir das nicht wollen, geben wir weder Gott die Ehre noch kommt dadurch Seine Liebe zu allen Menschen zum Ausdruck.

Da kommt der 1. Johannes klar zum Vorschein: wenn wir sagen, wir lieben Gott, tun aber nix dafür, so sind wir Lügner und nicht Erben des Himmelreiches. So entlarve ich auch mich selbst: wenn ich lieber meinen Hobbies hinterher hänge, statt mich ernsthaft um meine Familie zu kümmern, komme ich also meinen Aufgaben, die Gott mir gab, nicht nach und bin also ungehorsam und also liebe ich Gott nicht wirklich.

Sehne ich mich nach großen Aufgaben? Solange ich im kleinen nicht treu und ehrlich bin, kann ich die großen Aufgaben mal gleich vergessen. Entweder wird mein Gewissen mich in zwei Stücke reißen – was mich zur Verzweiflung bringen würde – oder ich richte mehr und mehr Schaden an, statt am Reich Gottes zu arbeiten. Ich muss ernstlich wollen, was Gott von mir will. Dazu bin ich nicht nur einfach berufen. In Christus bin ich dazu befreit, dieses ‚Müssen‘ zu wollen. Wenn ich meinem Fleisch anhange und es füttere, begebe ich mich zurück in die Slaverei der Sünde. Die Freiheit in Christus ist die Freiheit, dass zu wollen, was ich tun soll. Allein die Freiheit in Christus gibt mir den Mut, das Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu tun.

Sehne ich mich nach einer perfekten Gemeinde in totaler Harmonie? Nun, die gibt es in der Ewigkeit und keine Sekunde früher. Hier in der Welt ist es auch meine Aufgabe, Gott in der Gemeinde dadurch zu dienen, dass ich auch dort das Richtige tue und das auch tun will. Zu Seiner Ehre und aus ungeteilter (und ungeheuchelter) Liebe zu Ihm.

(Ich sehe hierin auch wiederum ein Indiz dafür, dass es Abfall vom Glauben nicht geben kann. Allenfalls kann es eine Abkehr vom falschen Glauben geben; dem Glauben, der nicht aus dem Herzen kommt, der nicht von der Liebe zu Gott geprägt ist, der das Opfer Christi nie wirklich angenommen hat.)

Wenn ich meinen eigenen Vorteil suche, statt den Menschen um mich herum zu dienen – und das fängt direkt in der Familie an – gehe ich nicht den Weg Gottes. Nicht nur die Pforte ist schmal, durch die ich eingehe, sondern auch der Weg. Mit der Bekehrung fängt das Leben erst an. In Liebe zum Herrn bin ich befreit zu einem Leben im Dienst am anderen. Denn dadurch diene ich Gott am besten: indem ich anderen diene. Als dienender Leiter in der Familie und als einer von vielen Dienern in der Gemeinde. Ob am Wort oder an der Kloschüssel macht für Gott keinen Unterschied, solange ich es für Ihn tue.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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