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Persönliches

Selbst Mord?

Selbstmord. Eine tragische Entscheidung. In der Schule haben wir immer gewitzelt „Selbstmord ist bei Todesstrafe verboten.“ Gemäß dem Gesetz „Du sollst nicht morden.“ könnte man annehmen, dass jeder Selbstmord den Täter (der zugleich auch Opfer ist) direkt in die Hölle führt. Aber ich weiß auch, dass Mord keine unvergebbare Sünde ist. Aber bleibt bei einem Selbstmord noch Zeit für Bekenntnis und Sühnung? Ist ein Selbstmörder bei klarem Verstand? Hat wirklich er die Entscheidung zu dieser Tat getroffen? Hat er sich wirklich wissentlich und willentlich von Gott abgewandt? Was ist z.B. mit Depressiven? Welche Medikamente mit welchen Nebenwirkungen hat er genommen? In welcher Abwärtsspirale befanden sich seine Gedanken? Hat er genug und die richtige Hilfe bekommen?

Einen Selbstmörder pauschal zu verurteilen ist genauso fehl am Platze wie jeden anderen Sünder zu verurteilen. Wir sollen die Tat hassen und den Menschen lieben. Genauso verfehlt wäre es aber auch, die Verantwortung für den Tod eines Menschen bei dem betreuenden Seelsorger zu sehen. Solange dieser keine aktive Sterbehilfe geleistet hat, ist er frei von der Verantwortung. Ja, wahrscheinlich wird er sich fragen,was er noch hätte tun können. Er wird sich fragen, ob er nicht noch einen Versuch der Rettung hätte wagen können. Auch die Freunde werden sich ähnliche Fragen stellen. Haben wir genug zugehört? Haben wir genug gebetet? Hätten wir nicht noch einmal hingehen sollen? Hat nicht der Heilige Geist gerufen und gesagt, geh hin oder ruf an? Warum habe ich nicht gehört?

Aber wer ist Herr über Leben und Tod? Gott, der Herr allein. Oder darf Satan jemanden umbringen? Doch nur, wenn Gott es ihm zulässt. Wenn wir Hiob betrachten, so wurde er die ganze Zeit von Gott gehalten. Er hat sich scheinbar in sein Schicksal gefügt, bis seine ‚Freunde‘ ihn zum Widerspruch reizten mit ihrer verqueren Theologie. Nicht jede Krankheit ist direkte Folge einer Sünde. Krankheit an sich ist Folge des Sündenfalls. Aber Krankheit kann auch zur Verherrlichung Gottes, zur Erziehung des Menschen oder als Testfall für die anderen bestimmt sein. Krankheiten infolge von z.B. Drogenmissbrauch sind jedoch Folge der konkreten Sünde.

Aber was ist mit den sogenannten psychischen Krankheiten? Was ist mit den ‚Krankheiten‘ der Seele? Jeder Christ wird Gedanken kennen, die ihn sukzessive in einem (mehr oder minder) langen Kreislauf von Gott wegbringen. Die gesunde Lehre jedoch bringt einen rasch wieder zurück zu Gott. Eine ungesunde, falsche Lehre, ein verkürztes Evangelium, ein Wohlstandsevangelium oder ähnliche charismatische Verwirrungen sind hier nicht hilfreich. Sie reizen entweder zum Widerspruch (wie bei Hiob) oder führen den Betroffenen nur noch weiter in den Abgrund und Satan reibt sich dazu die Hände.

Auch hier gilt es, nicht einfach an der Oberfläche zu kratzen und eine Verhaltensänderung herbei zu führen. Du musst mehr beten. Oder: du musst dich mehr zusammenreißen. Nein, die Ursache des Übels muss gefunden werden. Solche Dinge sind in der Regel nicht in ein oder zwei Gesprächen erledigt. Bei hartnäckiger Sünde muss tiefer gegangen werden. Der Beseelsorgte muss sich außerdem selbst dazu verpflichten, nicht zusätzlich noch weltliche Hilfe für sein Problem zu suchen. Der Seelsorger muss, soll und darf natürlich mit einem Psychologen zusammenarbeiten, der z.B. auch mal jemanden krank schreiben kann. Bestenfalls ist dieser Arzt auch Christ.

Aber die Verantwortung für das Handeln eines anderen zu übernehmen, ist weder Aufgabe noch Ziel einer Seelsorge. Auch eine Kleingruppe hat nicht die Verantwortung für das Handeln ihrer Mitglieder. Wohl können sie als Korrektiv wirken – mit gesunder Lehre, biblische Ermahnung und Agape-Liebe. Aber die Entscheidung trifft immer derjenige selbst.

Einzig eine Lehre ist für die Hinterbliebenen. Nämlich sich selbst mehr zu sensibilisieren für den anderen. Besser aufeinander acht zu geben. Mehr auf den Heiligen Geist zu hören. Dem Herrn treuer zu dienen. Sich eventuell schulen lassen für bestimmte Aufgaben. Sich dem Herrn neu hinzugeben.

Übrigens: ein Gebet für die Toten kennt die Schrift nicht. Dies ist eine katholische Irrlehre. Nach dem Tod eines Menschen kann dieser nichts mehr für sein Heil tun und auch die Lebenden können keine Fürbitte mehr einlegen. Der Tote steht voll in der Gnade Gottes und Er allein entscheidet über den Ausgang Seines Gerichtes. Denn Er ist treu und gerecht in Ewigkeit. Amen.

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