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Persönliches

Wie kann das sein?

Was muss geschehen, damit ein Mann, der seine Sünden dem Herrn bekannt hat und doch nicht davon los kommt, der in die Seelsorge geht und dort den Mut verliert, seinen Pastor, seine Familie und seine Freunde anlügt und dann doch noch von Gott ‚ertappt‘ wird und sich nun in Hoffnungslosigkeit wiederfindet? Wie schwerwiegend ist diese erneute Verfehlung? Und warum lässt sich ein Mensch, der die Herrlichkeit Gottes geschmeckt hat, nicht ‚kurieren‘ – zur endgültigen Umkehr bewegen, um von seiner Sünde zu lassen?

Fehlt es ihm an Gnade? Ein solcher Gedanke liegt dem NT fern. Sein einmal begonnenes Werk wird der Herr auch vollenden. Ok, ich kann niemandem ins Herz schauen, sondern muss mir mein Bild aus dem machen, was ich mit meinen 5 1/2 Sinnen erkennen kann. Aber wenn ein solcher Mensch gerettet ist und sich dennoch nicht völlig aus der Abhängigkeit einer Sünde befreien kann, dann ist alles, was geschieht, keine Strafe, sondern eine erzieherische Maßnahme. Der so erzogene mag es als Strafe auffassen – was auch nicht ganz verkehrt ist – aber es ist Gottes Liebe und nicht Gottes Zorn unter dem er steht.

Fehlt es ihm an Glauben? Glaube ist ein Geschenk Gottes. Glaube an und Vertrauen zu Got hängen eng miteinander zusammen. Der Mund kann den Glauben bekennen, aber wie oft fehlt es dem Herz dann an Vertrauen? Das kennen wir alle, denke ich. Es können noch so viele Menschen für mich beten, ich kann noch so viele Dienste auf mich nehmen, ich kann noch so viele Seminare besuchen – das alles macht mich nicht besser. Es liegt letztlich an mir selbst, ob ich vom überbordenden Gabentisch des Herrn meine tägliche Kraft, meinen Frieden, meine Freude, meinen Trost, meine Zuflucht, meine Zuversicht, meine Ruhe, meine Geduld, meine Liebe … ‚abhole‘. Gott ist keine Wunscherfüllungsmaschine, aber er dreht mich auch nicht einfach so um 180 Grad um. Da ist ein Quäntchen Eigenwille, den ich aufbringen muss. Ich muss mich nach Seiner Hand ausstrecken. Er hält sie mir direkt vor die Nase, aber annehmen muss ich sie.

Was immer mich von Gott trennt ist Sünde. Wenn ich Ihm nicht mein ganzes Leben gebe, versage ich mir einen Teil Seines Segens. Ich kann in guten äußeren Umständen leben (Sein Segen!), aber das ist kein Beweis für die Güte meines Innenlebens. Alle können gut über mich reden, aber das ist kein Gradmesser meiner ‚Heiligkeit‘. Ich kann allen Leuten etwas vormachen, aber eben Gott nicht. Er schaut direkt in mein Herz. Ich kann mein Bekenntnis zurückhalten, aber Er kennt es längst. Nicht weil Er in die Zukunft schaut, in der ich es Ihm vielleicht endlich doch bekenne. Er weiß auch nicht darum, weil Er in mir wohnt. Nein, Er hat mich geschaffen und kennt die Bahn eines jeden einzelnen Elektrons in jedem meiner Atome. Gottes Speicherkapazität übertrifft die aller menschlichen Gehirne aller Zeiten um ein Vielfaches. Er kennt mich und hat für meine Sünden bezahlt. Ich muss nur die Quittung darüber annehmen und mich meines Lebens – das Er mir damit ein zweites Mal schenkt – freuen. Ihm allein gebühren Lob, Ehre und Dank.

Und Ihm allein kann, darf und soll ich meinen Stolz opfern. Für Ihn allein lohnt es sich zu leben. Aus Ihm allein kann ich ein dienender Mensch werden – für meine Frau, meine Kinder, meine Gemeinde … Mein Leben Ihm hinzugeben bedeutet zweierlei: erstens lege ich Ihm meine gesamte Vergangenheit hin und lasse sie los. Zweitens vertraue ich Ihm den Rest meines Lebens an, damit Er mich führen und leiten kann und ich Ihm ungeteilten Herzens diene.

Wie kommt man da hin? Es ist ein Prozess, der beständiges Gebet erfordert. Wenn mich Langeweile überfällt, wenn ich Trost brauche, wenn ich in Gefahr gerate, wenn ich in Not bin, wenn ich versucht werde, heißt die einzige und einzig richtige Alternative Gott. Beten, dienen, das Richtige tun. Das ist das Ziel, aber eben auch der Weg. Und von diesem Weg werde ich immer wieder mal abweichen. Hoffentlich im Laufe meines Lebens immer weniger. Denn alles andere wäre Zeitverschwendung – für mich, nicht für Gott. Denn Er ist treu und gerecht. Über jedes vorstellbare Maß hinaus.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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