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Wegweiser

Genießt du deinen Götzen?

Die Götzen des Genusses sind große Lügner. Sie versprechen die allergrößten Freuden, doch sie liefern nur unendliche Enttäuschung. Die Lust auf beliebigen Sex liefert großen Frust, weil wieder einmal nicht dieser Punkt der totalen Glückseligkeit erreicht wurde. Die Lust auf das Essen liefert Übergewicht und Folgekrankheiten. Die Lust auf Spaß liefert kurze Momente des Irre werdens, doch die Reue danach ist groß. Die Lust auf Alkohol und andere Drogen liefert eine kurze Zeit Betäubung, doch dann folgt die Ernüchterung mit großem Schmerz. Die Lust auf Spiele lässt den Blick auf die Wirklichkeit verlieren. Die Lust auf Erkenntnis ohne Weisheit lässt dich ratlos zurück. Die Sammellust lässt dich immer mehr Besitz hinterher jagen, doch irgendwann reicht der Platz einfach nicht mehr aus.

Hemmungsloser Genuss zerstört nicht nur einen selbst, sondern Freundschaften, Ehen, Familien. Dauerhaft und tiefgreifend. Dabei ist es nie der Genuss selbst, der das Problem darstellt. Alles dürfen wir genießen, aber in Maßen. Alles können wir genießen, aber uns dem Genuss nicht hingeben. Wo sinnvolle Hemmungen fallen, ist die Gefahr groß, in eine Abhängigkeit zu geraten. Wo mangelnde Disziplin herrscht, lauert der Tod. Der langsame Tod der Beziehungen zu Menschen und auch die langsame Entfernung von Gott.

Doch Gott ist treu. Gott ruft beständig nach dem einen verlorenen Schaf. Gott sagt immer wieder: Komm zurück. Er lässt Sein Kind nicht los. Er zeigt immer den Ausweg aus der Sucht. Er stellt immer wieder Hilfe zur Verfügung – die Gemeinde, diakonische Einrichtungen, Seelsorger, befähigte Geschwister. Er liebt Sein Kind, auch wenn es noch so bockig ist. Er liebt Sein Kind, auch wenn es Ihn beleidigt. Er liebt Sein Kind, auch wenn es Ihn ablehnt. Er lässt nicht los.

Gleich, wie aussichtslos eine Situation erscheinen mag, Gott hat immer die Lösung parat. Es ist einfach zu sagen, ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Aber es ist so. Wer nicht ernsthaft um Hilfe fragt und bereit ist, sie auch anzunehmen, muss sich nicht wundern, wenn er sich immer nur im Kreise dreht.

Gestern Abend durfte ich erleben, wie Gott-zentriert meine Gemeinde ist. Hier ist es tatsächlich möglich, dass sich ein in Sünde gefallener Mensch vor die Versammlung stellt und weinend und zitternd seine Sünde eingestehen kann, ohne dass jemand über ihn her fällt. Ein schwerer Schritt nach einer langen Zeit der Seelsorge und des immer wieder Fallens und Aufstehens. Ein Schritt in die Öffentlichkeit und ein Hilferuf an den Leib Christi. Jeder sollte eine solche Möglichkeit haben. Jedes Glied des Leibes Christi sollte sich der Wunden am Leib Christi annehmen, um an der Heilung mitzuwirken. Gebet, tätige Unterstützung, Gemeinschaft. Nur so können wir die Liebe Christi untereinander zeigen.

Und Gott führt mich in letzter Zeit häufiger in solche erstaunlichen Situationen. Da war dieser Mann am Telefon, der mir – einem völlig Fremden – sein Herz öffnete. Da war dieser junge voller Angst wegen seiner Sünden, der sich nicht mehr vor Gott traute. Da sind vereinzelte Gespräche, die plötzlich eine solche Tiefe annehmen, dass ich mich frage: wieso darf gerade ich das hören?

Jeder sei ermutigt, sich einem Bruder oder einer Schwester zu öffnen, um seine Sorgen los zu werden. Jeder möge eine Gemeinde finden, in der echte biblische Seelsorge betrieben wird. Denn ohne die Bibel und allein die Bibel werden wir keine Rettung und keine Sühnung unserer Schuld erlangen. Seien wir offen für die Nöte anderer und seien wir offen für die Hilfe des Herrn, die häufig in der Zuwendung lieber Menschen besteht.

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Über Michael Richter

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