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Persönliches

Seine Treue

Schließlich kam Gott auf Abraham zu und erwählte ihn zum Stammvater Seines auserwählten Volkes. Er war gnädig zu ihm, als Abraham in Ägypten den Pharao belog und damit seine Frau in Gefahr brachte. Er war gnädig zu ihm, als er sein Schicksal selbst in die Hand nahm und ein Kind mit einer anderen Frau zeugte. Er war überaus gnädig zu Lot um Abrahams Willen, als Er diesen aus Sodom befreite.

Jakob war ein Lügner und Betrüger, doch Gott hielt an Seinem Bund fest. Er segnete auch Esau, doch dieser machte sich nichts aus Ihm. Als Jakob leichtsinnig seine Tochter in Gefahr brachte und seine Söhne eine ganze Stadt niedermetzelten, war Gott gnädig. Er hielt treu zu Seinem Bund und Seinen Auserwählten. Er machte aus Schlechtem Gutes, als Josef nach Ägypten verschleppt wurde und dort nach vielen Qualen zum zweithöchsten Mann im Staat befördert wurde. Nur so konnte er seine Familie vor der Hungersnot retten.

Gott war auch die nächsten Jahrhunderte treu, als Israel es sich an den Fleischtöpfen Ägyptens gut gehen ließ, statt ins gelobte Land zurückzukehren. Sie brachten sich so selbst in die Sklaverei, aus der nur Gott sie befreien konnte.

Wie war Gott zu Mose? Er war auserwählt von Anfang an und wuchs behütet auf. Er genoss die allergrößte Bildung, doch sein Zorn ließ ihn zum Mörder werden. Gottes Hand führte ihn in die Wüste und zu den Schafen. 40 Jahre lang durfte Mose lernen, ruhig und demütig zu werden. Dann ging Gott auf ihn zu und machte ihn zu Seinem Werkzeug bei der Befreiung Seines Volkes.

Gott hielt treu zu Seinem Volk in all dem Murren und in allen Aufständen gegen Mose, was sich immer auch gegen Gott richtete. Immer wieder ging Gott auf Sein Volk zu, um es zu erziehen, zu ermahnen und ihm Seine Liebe zu zeigen. 40 Jahre lang begleitete Er Sein Volk sichtbar und – durch Mose – hörbar. Doch an der Halsstarrigkeit des Volkes änderte das nichts.

Schließlich musste Gott sogar Mose bestrafen, aber Er selbst führte ihn vom Leben zum Tod hinüber. Sein Nachfolger Josua durfte das Volk ins Gelobte Land führen und den Bann über die Völker Kanaans vollstrecken. Vor dem ersten Kampf sandte Gott ihm einen Engel zur Unterstützung.

Dann folgte die Richterzeit. Es ging auf und ab mit dem Volk. Es ritt sich selbst immer wieder in den Morast von Sünde und Abgötterei. Erst ganz unten rief es zu Gott und Gott ging erneut auf Sein Volk zu. Er erweckte Richter unter ihnen, die das Volk führten. Als allen Männern nur die Knie schlotterten vor dem Feind, erweckte Er sogar eine Frau zur Führerin des Volkes. Gideon war sich anfangs seiner Sache überhaupt nicht sicher und traute dem Wort seines Herrn erst nach 2 Proben. Simson ließ sich mit unreinen Frauen ein, was schließlich sein Ende bedeutete. Doch der Herr gab ihm immer wieder neue Kraft für den Kampf gegen die Feinde Israels.

Da war diese Frau, die kinderlos war und dafür von der zweiten Frau ihres Mannes nur Häme bekam. In ihrer Not wandte sie sich an Gott und dieser erhörte ihr Flehen. In Samuel erweckte Gott einen wichtigen Propheten, der die Zeit der Könige einleitete.

Am ersten König Israels kann jedermann deutlich sehen, dass Erwählung für ein Amt zurückgenommen werden kann, wenn sich der Träger des Amtes als nicht würdig erweist. So kam David an die Macht, doch auch er fiel. Er ließ sich aus lauter Langeweile auf die Sünde ein und verheimlichte sie monatelang vor Gott. Erst als Gott durch Nathan auf ihn zukam, wurde er reumütig und brachte seine Beziehung zu Gott wieder in Ordnung. Er war ein Mann Gottes. Sein Nachfolger Salomo jedoch ließ es sich all zu gut gehen. Er liebte die Frauen mehr als seinen Gott und obwohl Er ihn mit allem Reichtum und aller Weisheit überschüttete, gab es doch fremde Götter in Salomos Leben.

Und so folgte die Teilung des Reiches. Ein König nach dem anderen regierte in Israel. Mal war er gut und fand Gnade in den Augen Gottes. Mal war er schlecht und führte das Volk in den Abgrund. Schließlich wurde das Nordreich erobert und zehn Stämme Israels sind seitdem verloren. Gott hackte ab, was böse und unbelehrbar war. Doch auch das Südreich war in Gefahr. Immer wieder schickte Gott Propheten zu Seinem Volk, damit alle erführen, was sie erwartete, wenn sie ihren Götzen nicht abschören und sich wieder dem Herrn zuwenden würden. Doch selbst in der allergrößten Not, als die Menschen bereits anfingen, sich gegenseitig aufzuessen, waren sie nicht bereit, auf Gott zu hören. So schickte der Herr sie in eine siebzigjährige Verbannung. Der Tempel, Zentrum der Anbetung und einziger Ort des Opfers, wurde zerstört. Kein Stein blieb auf dem anderen.

War Gott Sein Volk nun leid? Hatte es sich es endgültig mit Ihm verscherzt? Gab es keine Rettung mehr? War Gott ungerecht, dass Er Seinen Zorn nun auf Sein Volk ausgoss? Wie oft hatte Er Sein Volk zuvor gewarnt? In welchen Bildern hat Gott Seine Liebe gezeigt? War da nicht der Prophet Hosea, der durch seine Ehe mit einer Hure dem Volk gezeigt hatte, wie sehr Gott Sein Volk liebte? War nicht allein die Existenz der Propheten Zeichen Seiner Liebe? Doch sie wollten nur Liebe und fürchteten keine Gerechtigkeit. Sie ließen es sich gut gehen und riefen nur zu ihrem Gott, wenn es ihnen schlecht ging. In guten Zeiten vergaßen sie ihn ganz schnell wieder. Wie sollte Gott nun wohl reagieren? Sollte Er Seinen Zorn noch weiter zurückhalten? Oder sollte Er Seinem Volk den Rücken kehren? Welche Strafe hatte es verdient? Den Tod! Doch Gott war mehr als gnädig und ließ Sein Volk überleben – bis heute.

Dieses unangepasste, widerspenstige Volk lebt bis heute. Es ist ein kleines Volk, aber es ist der Augapfel Gottes. Jeder Versuch, es völlig zu zerstören, ist bisher gescheitert. Jeder Versuch, es irgendwo einzugliedern, ist gescheitert. Es ist Gottes Volk und Gott allein bestimmt über sein Schicksal. Darin zeigt sich Seine Treue und Seine Gerechtigkeit.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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