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Wegweiser

Was ist Sünde?

Was ist Sünde? Sünde ist in jedem Fall Sünde gegen Gott und in vielen Fällen Sünde gegen Menschen, wenn nicht gegen andere, dann gegen mich selbst. Sünde verletzt immer das erste Gebot, weil ich mich an erster Stelle setze und gegen Gott rebelliere. Sünde ist immer eine Entscheidung, denn ich entscheide, ob ich Sünde begehe oder nicht. Satan und seine Dämonen unterstützen jede Möglichkeit zur Sünde und schaffen auch Voraussetzungen für die Sünde. Sie stellen mir Dinge in den Weg, die mein Herz begehrt. Sie manipulieren die Umstände, in denen ich lebe. Sie lenken Menschen in meinen Weg, um mich von rechten Pfad abzubringen. Doch jedesmal kann ich mich entscheiden, ob ich die Sünde begehe oder nicht.

Sünde überfällt mich nicht, auch wenn es manchmal so aussieht. Ich lasse Sünde in kleinen Schritten immer mehr zu. Ichbin unachtsam, ich bin neugierig. Ich lasse mich auf etwas ein, weil ich meine, es wird schon gut gehen und ich habe die Situation im Griff. Wie man sich langsam an einen Abgrund herantastet, um in die Schlucht hinunterschauen zu können, so taste ich mich an die Sünde heran.

Sünde stört die Beziehung zu Gott, denn Sünde steht zwischen mir und Gott. Der absolut heilige Gott kann keine Sünde in Seiner Nähe zulassen. Es ist unmöglich, denn damit wäre Seine Heiligkeit zerstört. Aufgrund Seiner Gerechtigkeit muss Sünde bestraft werden. Die gerechte Strafe für jede Sünde ist der Tod. Nur aufgrund Gottes Gnade habe ich hier die Möglichkeit, den rechten Ausweg zu wählen: Buße und Vergebung.

Nun gibt es generell 2 Arten von Sünde.

Die eine begehe ich hier und da, vielleicht auch nur einmal. Da fahre ich mal bei Rot über eine Ampel, weil ich denke, dass ich das schon schaffe. Da achte ich beim Einkaufen nicht so genau auf das Wechselgeld und behalte das, was zu viel ist. Da bin ich schon mal so unter Druck, dass ich mit der Faust auf den Tisch haue. Diese Sünden sind nicht kleiner als andere, aber sie sind schneller zu bereinigen.

Ich gehe auf meine Knie, bereue und tue Buße. Ich hasse diese Sünde, also lasse ich sie in Zukunft. Gott schenkt mir Vergebung und alles ist in Ordnung.

Die zweite Art Sünde ist schwieriger. Manchmal ist sie offensichtlich, manchmal aber auch nicht. Manchmal ist sie vielschichtig, so dass sie an der Oberfläche anders zutage tritt als sie im Kern wirklich ist. Ich rede von der lebensbeherrschenden Sünde.

Ich treffe die Entscheidung, dass mir Alkohol nicht schadet und trinke über die Zeit immer mehr, bis ich ganz und gar abhängig bin von dem Zeug. Dann heißt es plötzlich Sucht oder Krankheit, aber selbst die Anonymen Alkoholiker, die sich nicht auf Gott berufen, haben erkannt, dass hier im Vordergrund die Verantwortung des Einzelnen steht und nicht eine äußere Ursache.

Ich treffe die Entscheidung, auf die ganze Welt wütend zu sein, weil hier nur Dummheiten passieren. Mein Hochmut sagt mir, ich bin im Recht und alle anderen haben unrecht. Und so kann ich jeden verurteilen, der nicht so tickt wie ich. Und weil alle anderen nicht so einsichtig sind wie ich, kann ich mit Recht wütend auf sie sein.

Die Abhängigkeiten im Leben können vielfältiger Natur sein. Der eine ist abhängig von Substanzen, der andere von Menschen, wieder andere machen sich abhängig von ihren Gefühlen. In jedem Fall ist es aber eine falsche Abhängigkeit, die von Gott weg führt, weil Er nicht die Hauptsache in meinem Leben ist.

Solche Abhängigkeiten ergreifen nach und nach Besitz von jedem Lebensbereich des Menschen. Oberflächlich mag ich ein ‚guter‘ Christ sein, innerlich geht aber etwas ganz anderes in mir vor.

Buße und Reue, obwohl täglich praktiziert, ‚funktionieren‘ nicht. Sie funktionieren nicht, weil das Problem nicht bei seiner Wurzel gepackt wird. Ich bereue die Auswirkungen meiner Sünde und die Taten, die sie ausführt, nicht aber ihre eigentliche Ursache. Dies liegt im Charakter der lebensbeherrschenden Sünde begründet.

Ihr Charakter ist der eines Bundes.

Bei der Bekehrung trete ich ein in den Bund mit Gott. Dieser Bund hat viele Verheißungen: Geistesgaben, ewiges Leben, Friede und Freude in Gott. Er hat aber auch Verpflichtungen: Gott als den obersten Herrn in meinem Leben anzuerkennen und Ihn mein Leben in all seinen Bereichen leiten zu lassen. Jesus ist mein König, Priester und Prophet. Er sagt mir, wo es langgeht, Er leistet ständig Fürbitte für mich vor Gott, Er schenkt mir Erkenntnis und Weisheit. In diesem Bund bin ich ebenfalls als König, Priester und Prophet berufen, indem ich die reine Lehre annehme und mir selbst verkündige, indem ich Gott mein Leben opfere und auch anderen das Evangelium verkünde.

Der Mensch ist ein anbetendes Wesen. Er kann nicht Nichts anbeten. Er kann sich aber sehr wohl dafür entscheiden, was er anbetet und auf welches Fundament er sein Leben stellt.

Das Fundament Gottes besteht aus Rechtfertigung und Kindschaft, darauf baut der Herr das Haus der Heiligung. Mit der Bekehrung stelle ich mich auf dieses Fundament, das mir niemand mehr nehmen kann – außer ich selbst.

Ich bin und bleibe ein Sünder, auch wenn ich mich bekehre. Die Frage ist nur, welche Art Sünden ich noch begehe. Die Sünde wird mein ständiger Begleiter sein bis in den Tod. Die Frage ist nur, welchen Einfluss sie in meinem Leben hat.

Wenn ich mich in gleich welche Abhängigkeit zur Schöpfung (Substanz, Menschen, Gefühle) belasse, dann erfülle ich nicht den Bund mit Gott. Einerseits ist Er treu über die Maßen und ich bin Sein Kind. Andererseits verbaue ich mir aber die Segnungen eines Lebens mit Gott durch meine Abhängigkeiten.

Eine solche Abhängigkeit ist nämlich ein Bündnis mit der Schöpfung. Statt uneingeschränkt dem Bündnis mit Gott zu dienen, versuche ich in Wirklichkeit zwei Herren zu dienen. Das das nicht geht, kann jeder in der Schrift nachlesen. Und ich kann es auch in meinem täglichen Leben erfahren. Bei 2 Arbeitgebern kann ich nicht beiden gerecht werden.

Es wird viel über den modernen Götzendienst geredet. Dabei kann wirklich alles zum Götzen werden: Geld, Auto, Macht, Arbeit, Familie, Ehefrau, Kind, Pastor, Gemeinde, Dienst, Wut, Angst, Alkohol, Drogen, usw. Doch es muss klar sein, welchen Charakter so ein Götzendienst hat.

Das Volk Israel hat immer wieder versucht, Götzen und dem Herrn zu dienen. Doch der Herr duldet keine Götter neben sich. Er allein ist Gott. Das Volk Israel hat Seinen Zorn in vielfältiger Weise zu spüren bekommen. Schon bei der Wüstenwanderung gab es zahlreiche Gerichte Gottes, die viele das Leben kostete. Auch im verheißenen Land gab Gott Israel immer wieder den feindlichen Königen ringsum in die Hand. Bis schließlich das ganze Nordreich in alle Winde zerstreut wurde und die Menschen aus dem Südreich für 70 Jahre aus dem Land verbannt wurden.

Bitte nicht falsch verstehen: auch lebensbeherrschende Sünde ist nicht dem Abfall vom Glauben gleichzustellen. Solange mich die eigene Sündhaftigkeit noch ‚juckt‘, solange ich mir Sorgen mache um meine persönliche Beziehung zu Gott ist da noch ein kleiner Funke Glauben. Und die Zusage Gottes in Seinem Bund mit mir lautet: Er wird den glimmenden Docht nicht auslöschen und das geknickte Rohr nicht brechen. Darauf vertraue ich auch in der Abhängigkeit.

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Über Michael Richter

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