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Wegweiser

Falsche Erwartungen

Advent, Advent, das erste Lichtlein brennt. Wir warten auf die Ankunft Christi. Doch welchen Christus erwarten wir eigentlich?

Ganz sicher nicht den: „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind“. Nein, das ist einmal gekommen und dann nie wieder. Jesus wird nicht jedes Jahr neugeboren. Jesus ist damals in sein Eigentum gekommen, „aber die Seinen nahmen ihn nicht an“. Mit Seinem Kreuzestod hat Er den Grundstein gelegt, auf dem wir ein für allemal aller Sündenlast ledig werden. Heute hat jeder Mensch auf dieser Welt jederzeit die Möglichkeit, Ihn anzunehmen. Nur so wird er gerechtfertigt vor Gott und ein Kind Gottes. Nur so wandelt sich Gott vom zornigen Richter zum liebenden Vater.

Also: welchen Christus erwarten wir? Erwarten wir den Richter über alle Welt, der uns endlich von dieser Welt erlöst, so dass wir in Ruhe leben können? Haben damals die Juden einen Messias erwartet, der die Römer aus dem Land vertreibt, damit sie in Ruhe leben könnten?

Erwarten wir in diesem Advent wieder, dass wir trotz aller Hetze in der Vorweihnachtszeit dann ein schönes Familienfest haben? Oder fürchten wir uns schon jetzt vor den ganzen Verwandtschaftsbesuchen, wo es doch so häufig Krach gibt?

Erwarten wir, dass Jesus uns wenigstens dieses Jahr ein ruhiges Weihnachtsfest beschert? Haben wir das etwa nicht verdient?

Also mir wurde in der letzten Zeit immer deutlicher, dass ich rein gar nichts verdient habe. Nicht meine Frau, nicht meine Kinder, nicht mein Haus, nicht mein Auto, nicht meine Arbeit, nicht einmal mein Leben. Ich habe alles einzig und allein der Gnade Gottes zu verdanken. Und trotzdem stemmt sich mein Ego in mir sehr stark gegen diese Erkenntnis. – Damit bin ich ja dann wohl zu nix Nutze. Was habe ich auf dieser Welt denn geschafft, was mein Leben lebenswert machen würde? Und was kann ich denn dann noch tun, um mich dafür bei Gott zu revanchieren? Worauf warte ich denn jetzt noch als einfach darauf, dass Jesus wiederkommt und mich aus diesem Elend befreit? Ich kann nichts tun.

Welchen Jesus erwarte ich? Welchen Jesus erwartest du? Ist Er ein Freund, mit dem man Pferde stehlen kann? Ist Er der Ersatzbruder oder -vater, denn ich schon so lange vermisse? Ist Er der, der meine Tage bequem macht? Bei dem ich mir abhole, was ich brauche? Oder ist er vielleicht doch jemand anderes?

Wenn ich sage, ich tauge nichts, in der Schrift aber lese, dass mich Gott zum König, Priester und Prophet berufen hat – wem glaube ich dann? Wenn ich sage, ich kann nichts, doch der Herr Seine Nachfolger aussendet, um das Evangelium zu verkünden – wer bin ich dann, dass ich dagegen sprechen kann? Wenn sich Gott selbst dazu herabgelassen hat, in meinem Körper neben meinem verkorksten und verdrehten Geist zu wohnen – wer bin ich, dass ich Seine Gnadengeschenke ablehne und statt dessen weiter meinen eigenen Weg gehe?

An vielen Stellen der Schrift ruft Gott Seinen geliebten Menschen zu: „Fürchte dich nicht!“ Fürwahr, ich muss kein Gericht fürchten und doch mache ich mir Angst und Bange vor Seinem Zorn. Ich muss nicht um meinen himmlischen Lohn fürchten und doch halte ich ängstlich meine irdischen Besitztümer fest. Ich muss nicht einmal den Blitz vom Himmel fürchten, wenn ich meine Sünde nicht lassen kann – – – denn Gott ist mein Vater und nicht mehr mein Richter!

Doch welchen Jesus bete ich an? Welchen Jesus sehe ich vor mir, wenn nicht diesen bärtigen Mann mit den langen Gewändern? Doch – – – kein Film, kein Bild kann Seine Güte jemals erfassen. Jede Beschreibung trotzt Seiner umfassenden Herrlichkeit und jede Vorstellung wird von Seiner Barmherzigkeit gesprengt. Wir wissen: Wenn Gott für uns seinen Sohn gegeben hat, gibt Er uns mit Ihm auch alles andere.

  • Hast du keinen Mut zu verkündigen? Bitte darum!
  • Hast du keine Lust zu dienen? Bitte darum!
  • Vermeidest du die Gemeinschaft mit Christen aus Bequemlichkeit? Bitte um die Lust an der Gemeinschaft!
  • Hast du keine Lust, sonntags früh aufzustehen? Bitte um diese Lust!
  • Hast du Angst, dich deiner Sünde zu stellen? Bitte um Mut!
  • Hast du Angst, alleine zu sein? Bitte um Gemeinschaft!
  • Bist du enttäuscht und kraftlos? Bitte um Hoffnung und Kraft!

Der Gabentisch Gottes wartet auf uns nicht nur zu Weihnachten. Sein Tisch ist über und über gefüllt mit allem, was wir je brauchen könnten. Wir dürfen es uns nehmen. Wir dürfen sogar um noch mehr bitten. Nur das müssen wir dann auch tun.

Ich weiß, dass manch einer sich ständig abmüht, gegen sein eigenes Ich und die Begierden seines Herzens zu kämpfen und dabei keinen Schritt vorwärts kommt. Ich weiß, dass die Gedanken manchmal so sehr um das eigene Ich herumschwirren, dass man den Blick nach außen und vor allem nach oben verliert. Ich weiß auch, dass manche bereits aufgegeben haben und sich einreden, sie wären halt so und könnten sich nicht ändern. Manche meinen gar, Gott hätte sie verlassen.

Aber Gott ist treu über alle Maßen. Gott findet Sein verlorenes Schaf und wenn Er ein Menschenleben lang danach suchen muss. Er hält treu Seinen Bund, auch wenn wir Ihn 7 mal 70 Mal verraten.

Umkehr und Buße sind notwendig. Lass dir im Zweifel von jemandem helfen. Jesus wartet auf dich – auch im Advent.

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Über Michael Richter

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