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Persönliches

Die Stürme des Lebens

In Matthäus 8 lesen wir von einer Begebenheit, die kurz nach der Bergpredigt stattfand. Unser Herr Jesus hatte hier vielen Menschen das Himmelreich erklärt und vollmächtig gepredigt. Er hatte Eindruck hinterlassen bei vielen Menschen. Auch Seine Jünger hatten sicherlich eine Menge gelernt. Anschließend hatte der Herr Jesus eine Menge Heilungen vollbracht, u. a. auch an dem Diener eines römischen Hauptmannes. Doch nun war der Herr Jesus wohl erschöpft und müde von den vielen Menschen. Sehr wahrscheinlich wollte Er auch Seinen Jüngern etwas Ruhe gönnen und so wollte Er mit ihnen über den See Genezareth fahren. Doch hier geschahen ganz sonderbare Dinge. Wir lesen:

Mt 8,24 Plötzlich brach auf dem See ein heftiger Sturm los, sodass das Boot fast von den Wellen begraben wurde. Jesus aber schlief. 25 Die Jünger stürzten zu ihm und weckten ihn. »Herr«, schrien sie, »rette uns, wir sind verloren!« 26 Aber Jesus sagte zu ihnen: »Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen?« Dann stand er auf und wies den Wind und die Wellen in ihre Schranken. Da trat eine große Stille ein. 27 Die Leute aber fragten voller Staunen: »Wer ist das, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?«

So kurz der Text ist, müssen wir doch innehalten und uns die Situation vergegenwärtigen. Das Boot war mit einigen sehr erfahrenen Fischern an Bord vom Ufer abgefahren und wird sich bereits eine Weile auf dem See befunden haben. Es war nicht ungewöhnlich aufgrund der Lage des Sees, dass hier recht plötzlich Unwetter losbrachen. Doch der hier beschriebene Sturm muss von besonderer Heftigkeit gewesen sein, so dass alle in Lebensgefahr schwebten. Aber Jesus, der Herr, schlief.

Wie kann jemand bei tosendem Lärm, gießendem Regen und rasantem Schlingern schlafen? Jesus tat es. War er so hundemüde, dass Er im Tiefschlaf nichts mitbekam? Oder war Er etwa gleichgültig gegenüber Seinen Jüngern? Erleben wir Gott manchmal auch schlafend?

Es ist ganz sicher kein Zufall, dass diese Stelle so nahe an einer anderen Bibelstelle steht, wo der Herr Jesus von einem Sturm spricht. In Matthäus 7, gegen Ende der Bergpredigt, hat Jesus über die Wirkungen von Stürmen gesprochen. Wir lesen:

Mt 7, 24 »Darum gleicht jeder, der meine Worte hört und danach handelt, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. 25 Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es nicht ein; es ist auf felsigen Grund gebaut. 26 Jeder aber, der meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf sandigen Boden baut. 27 Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es ein und wird völlig zerstört.«

Was bedeuten in diesem Gleichnis Haus, Sturm und Grund (also Fundament)?

Das Haus ist unser Leben. Ein Leben, in dem Gott, unser Vater, beständig versucht, unsere Heiligung zu vervollkommnen. Das Haus der Heiligung steht auf dem Fundament des Wortes Gottes, dass uns Rechtfertigung und Kindschaft zuspricht. Die Stürme sind die Stürme des Lebens.

Stürme beginnen meist mit einem lauen Lüftchen. Dann bauen sich Wolken auf, die immer dunkler werden. Der Wind bläst stärker und schließlich bricht der Regen unter lautem Getöse und mit grellen Blitzen hervor. Der Wind wird zum Orkan, der alles mit sich reißt.

Wir kennen die Bilder, meist aus den USA, wenn die Hurrican-Saison ist, wo Häuser wie Streichhölzer umgeknickt sind. Diese Häuser sind meist sehr einfach gebaut, mit relativ dünnen Holz- und Rigips-Wänden. Viele haben zwar ein Fundament, welches den Sturm auch übersteht, aber alles darauf ist in Leichtbauweise errichtet worden. Steinhäuser überstehen solche Katastrophen viel eher. Hier wird vielleicht das Dach abgedeckt, aber die Grundstruktur des Hauses bleibt bestehen.

Also ist neben dem Fundament auch die Stabilität des Hauses selbst wichtig.

Wie wird das Haus der Heiligung nun stabil? Im Laufe deines Lebens wächst dein Glaube und dein Vertrauen auf Christus, unseren Herrn. Das Haus der Heiligung der Jünger war noch längst nicht so stabil. Sie hatten den Heiligen Geist noch nicht und täglich lernten sie Dinge neu, die ihnen bis dahin anders gelehrt worden waren. Daher nennt der Herr Jesus sie kleingläubig, weil sie nicht auf Ihn vertraut hatten.

Natürlich wird jedermann in einem schweren Sturm Angst haben. Natürlich wird jeder versuchen, sich an etwas zu klammern. Jeder, mit ein wenig Erfahrung in Stürmen, wird sein Bestes geben, ihn zu überstehen. Aber wie ist das mit den Stürmen des Lebens?

Wie widerstehe ich einer Versuchung? Wie erkenne ich die Versuchung zuverlässig, um ihr widerstehen zu können? Wie groß muss eine Versuchung sein, bis ich ihr nicht mehr widerstehen kann? Ab wann setze ich mein Vertrauen auf den Herrn, statt selbst gegen den Sturm zu kämpfen? Wären die Jünger töricht gewesen, wenn sie einfach ihrem Meister nachgeeifert und sich schlafen gelegt hätten – mitten im Sturm? Wie verhältst du dich inmitten eines Sturms?

Es ist wichtig zu verstehen, dass alles, was uns von Gott wegtreiben will, ein Sturm ist. Ebenso wichtig ist es, zu verstehen, dass jede Sünde immer eine Sünde gegen Gott ist. Sünden sind nie klein oder groß. Die Schwere einer Sünde richtet sich nach dem, gegen den gesündigt wurde. Da dies immer Gott ist, ist keine Sünde vernachlässigbar.

Nahezu alles, was uns täglich begegnet, kann uns von Gott wegtreiben. Ein kurzer Augenblick, ein kurzes Aufflammen von Lust, ein unbedachtes Wort, ein kurzer Gedanke an Reichtum und Macht, ein Aufbäumen des eigenen Egos – alles treibt uns von Gott weg. Wir leben nun mal in einer gefallenen Welt. Wir nähern uns immer mehr dem Ende. Satan wird immer mehr in die Waagschale werfen und sein Angebot täglich aufstocken, um uns von Gott wegzutreiben.

Es ist wahr: er kann uns dem Himmel nicht mehr entreißen, sehr wohl kann er uns aber geistlich unfruchtbar, freudlos und unbarmherzig machen. Aber es ist unsere Entscheidung. Das geschieht nicht automatisch.

Jak 4,7 So unterwerft euch nun Gott! Stellt euch dem Teufel entgegen, dann wird er von euch fliehen.

Wir selbst haben nicht die Macht, Satan zu besiegen. Unser Herr Jesus hat ihn aber schon am Kreuz besiegt. Und wenn wir uns unter die Gnade des Kreuzes stellen, kann uns Satan nichts anhaben.

Und doch – wir versagen so oft. Wir erliegen einem kleinen Kaufrausch. Wir leisten uns den ersehnten, aber leider etwas zu teuren Urlaub. Wir richten andere Menschen. Wir handeln lieblos in unseren Familien. Wir sagen nein zum Dienst am Herrn. Wir sorgen uns lieber, als all unsere Sorgen auf den Herrn zu werfen. Wir zeigen uns hart gegenüber unseren Geschwistern. Wir vergraben uns in unserem Kummer oder in unserer Angst statt zum Herrn zu fliehen. Wir sind zornig, wo wir barmherzig sein sollten. Wir halten den Mund, wenn wir unseren Herrn bezeugen sollten. Wir fordern, was uns nicht gehört und nehmen nichts von dem, was uns gehört. Wir folgen unseren eigenen Wegen. Wir suchen uns menschliche Vorbilder. Wir wollen es besser machen, aber besser ohne Gott. Wir verharren in einer Sünde. Wir flehen zu Gott, aber schenken Ihm kein Vertrauen. Wir fragen uns „Schadet es denn?“ statt „Gibt es Gott die Ehre?“ Wir lassen unseren Nächsten im Stich.

Und selbst wenn wir längst erkannt und erlebt haben, wie Gott hilft – schon im nächsten Sturm schwanken wir wieder. Wir können nicht ruhig bleiben und auf unseren Herrn warten. Wir reffen die Segel, wir schmeißen die Ladung über Bord, wir versuchen mit viel zu kleinen Eimern, das Wasser aus dem Schiff zu bekommen.

Wir gönnen uns einen zu langen Blick auf das Objekt der Begierde. Wir träumen von mehr Geld bei der nächsten Gehaltsrunde. Wir setzen unser Vertrauen in Menschen. Wir beten zu wenig. Wir lesen zu selten im Wort Gottes. Wir bringen nicht all unsere Sünden vor Gott. Wir vertrauen nicht auf Seine Vergebung.

Doch wessen berauben wir uns da? Und wen berauben wir denn? – Wir berauben uns selbst der verheißenen Freude, des Friedens, des Segens. Wir stehen vor dem berstenden Tisch der Gnade und schauen ihn nur an. Warum?

Warum warten wir so lange, bis wir uns an den Herrn wenden? Denken wir etwa, dass Er wirklich schläft? Gibt es irgendetwas, was unserem Herrn entgeht? Wacht Er nicht ständig über uns? Weiß Er nicht um unsere Not?

Ach, wir Kleingläubigen. Gott hat diese Welt geschaffen, ja, das ganze Universum. Sollte Er da über irgendetwas keine Kontrolle haben? Selbst Satan hat Er unter Seiner Kontrolle. Auch Satan darf nur tun, was Gott zulässt. Jesus hat ihm dreifach mit dem Wort des Herrn widerstanden. Genauso können wir es auch!

Doch wir sollten nicht warten. Wir sollten sofort zum Herrn fliehen. Wir sollten uns sofort unsere Schwachheit eingestehen. Und wir sollten immer daran denken, gegen wen wir kämpfen:

Eph 6,12 Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen ´Wesen von` Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, die über die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen.

Die Mächte der Finsternis fliehen nicht, wenn wir zornig gegen jemanden schreien. Vielmehr freuen sie sich. Die Mächte der Finsternis schlafen nicht, wenn wir die Seele baumeln lassen und uns ein anderes Leben erträumen. Vielmehr jubeln sie über unsere Faulheit. Die Mächte der Finsternis übersehen nicht unsere sehnsüchtigen Blicke. Vielmehr geben sie uns noch mehr zu sehen. Die Mächte der Finsternis kennen unsere Wunschlisten bei Amazon und Co und protokollieren jedes Wort in Facebook und WhatsApp mit.

Sie brauchen keine komplizierten Computerprogramme, um uns Angebote zu machen, denen wir nicht widerstehen können. Sie haben Jahrtausende an Erfahrung – das geht ihnen ganz leicht von der Hand. In ihrem Auftrag macht ein Modemacher noch einen Extra-Schlitz ins Kleid. In ihrem Auftrag verspricht uns die Werbung Glück und Freude. In ihrem Auftrag greift die Waffenlobby in die Politik ein. In ihrem Auftrag wird Gott immer mehr aus der Politik und der Öffentlichkeit verbannt. – Da ist unser Gegner und nicht in unserem Mitmenschen.

Doch wir können sie nicht mit den Händen besiegen. Wir können sie nur mit unserer Zunge besiegen. Eine Zunge, die zum Herrn betet und auch mal schreit, sobald die Gefahr droht. Und ein Herz, das auf den Herrn vertraut und Ihm Seine Zeit lässt, um die Dinge zu tun, die nur Er tun kann.

Was also sollen wir tun? Den Herrn wecken oder uns schlafen legen?

Oder übertragen gesprochen: sollen wir den Sturm ruhig aushalten und auf den Herrn vertrauen oder sollen wir Ihn um Hilfe bitten? – Nun, ich denke, wir dürfen beides tun. Wir dürfen im Aushalten von Stürmen wachsen. Wir dürfen an kleinen Stürmen lernen, auf den Herrn zu vertrauen, so dass wir sie schließlich sicher bestehen. Wenn die Stürme größer werden, so dass sie uns ernsthaft bedrohen, sollen wir zum Herrn fliehen. Aber immer im Vertrauen darauf, dass Er das Problem auch löst. Denn das ist Seine Sache, Sein Metier. Er hat die Macht. Er kann alles. Er will alles für uns tun. Lassen wir ihn doch machen, statt uns selbst die Zähne daran auszubeißen.

Und wenn wir dieses Vertrauen haben, haben wir auch die Gelegenheit, anderen in ihrer Not zu helfen. Andere, die sich noch nicht so weit trauen, wie wir. Andere, die noch blind sind für die Güte des Herrn. Dann gibt uns der Herr den Mut und die Weisheit, auch einmal die unumgängliche Wahrheit zu sagen. Wenn wir die Wahrheit nicht sagen, sündigen wir an unserem Nächsten.

König David, der Geliebte des Herrn, beging einmal eine große Sünde. Weil er nichts besseres zu tun hatte, verliebte er sich in seine Nachbarin. Er beging Ehebruch mit ihr, denn sowohl er selbst als auch Batseba waren verheiratet. Als sie schwanger wurde, wollte David seinen Ehebruch vertuschen. Als ihm das nicht gelang, ließ er den Ehemann auf dem Schlachtfeld umbringen. Dann heiratete er Batseba und bekam einen Sohn von ihr. Doch seine Sünde wollte er nicht einsehen.

Gott hatte lange Zeit Geduld mit ihm. Doch eines Tages war es soweit, dass Gott David nicht mehr von der Leine lassen konnte. Er hatte ihm lange genug Zeit und Gelegenheit gegeben. Er hätte täglich in den Tempel gehen und opfern können. Er hätte jederzeit vor Gott auf die Knie fallen können. Er sah schließlich jeden Tag die Folgen seiner Sünde: eine Witwe, die er geheiratet hatte und deren Bauch täglich größer wurde. Schließlich wurde das Kind geboren. Ein Kind als Folge der Sünde. Kinder sind ein Segen. Doch David hatte diesen „Segen“ durch eine Sünde herbeigeführt. Er hatte sich etwas genommen, das ihm nicht gehörte.

Es brauchte einen mutigen und weisen Mann, um David zur Vernunft zu bringen. Einen, den Davids Machtposition nicht davon abhielt, die Wahrheit zu sagen. Einen, der Gott mehr liebte, als das er Menschen fürchtete. So einer war der Prophet Natan. Wir lesen:

2. Samuel 12,1 Jahwe schickte Natan zu David. Der ging zu ihm und sagte: „Zwei Männer lebten in einer Stadt. Der eine war reich, der andere arm. 2 Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder. 3 Der Arme hatte nur ein einziges kleines Lämmchen. Er hatte es gekauft und zog es auf. Es wurde zusammen mit seinen Kindern bei ihm groß. Es aß von seinem Bissen, trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß. Es war für ihn wie eine Tochter. 4 Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann. Doch der brachte es nicht übers Herz, eins von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den Wanderer zuzurichten. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und setzte es seinem Gast vor.“ 5 David wurde sehr zornig über diesen Mann und sagte zu Natan: „So wahr Jahwe lebt: Der Mann, der das getan hat, ist ein Kind des Todes! 6 Dazu muss er das Lamm vierfach ersetzen. Das ist die Strafe dafür, dass er diese Untat beging und kein Mitleid hatte.“ 7 Da sagte Natan zu David: „Du bist der Mann! So spricht Jahwe, der Gott Israels: ‚Ich habe dich zum König über Israel gesalbt, ich habe dich aus der Hand Sauls gerettet, 8 ich habe dir den ganzen Besitz deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß gelegt. Ich habe dich zum König über Israel und Juda gemacht. Und wenn das noch zu wenig war, hätte ich dir noch dies und das dazu gegeben. 9 Warum hast du das Wort Jahwes verachtet und getan, was ihm missfällt? Du hast Urija, den Hetiter, mit dem Schwert erschlagen, und dann hast du dir seine Frau genommen! Ihn selbst hast du ja durch das Schwert der Ammoniter umgebracht. 10 Darum wird das Schwert auch von deiner Familie niemals weichen. Denn du hast mich verachtet und die Frau des Hetiters Urija zu deiner Frau gemacht.‘ 11 So spricht Jahwe: ‚Aus deiner eigenen Familie lasse ich Unglück über dich kommen. Unter deinen Augen werde ich deine Frauen wegnehmen und sie deinem Nächsten geben, dass er am helllichten Tag mit ihnen schlafen wird. 12 Denn du, du hast es im Verborgenen getan, aber ich werde es in aller Öffentlichkeit vor ganz Israel tun.'“ 13 Da sagte David zu Natan: „Ich habe gegen Jahwe gesündigt.“ Und Natan sagte zu ihm: „So hat auch Jahwe deine Sünde weggenommen, dass du nicht sterben musst. 14 Weil du aber den Feinden Jahwes durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, muss der Sohn, der dir geboren wird, sterben.“

Natan muss David im Auftrag Gottes nicht nur die Wahrheit über dessen Sünde vor Augen führen, sondern verkündet auch sogleich ein Strafgericht Gottes. Da wird David der ganze Umfang seiner Sünde klar. Er hatte sich dabei vor allem an Gott versündigt. Die Sünde an den Menschen war damit verglichen gering. Durch diese Einsicht und Demut kann er das Strafgericht Gottes gegen sich abmildern. Den ‚erschlichenen‘ Segen Gottes in Gestalt des Kindes nimmt Gott ihm wieder weg.

Wie konnte Natan so mutig sein, vor seinen König zu treten und ihn dergestalt zu konfrontieren? Wir könnten sagen, da er im direkten Auftrag Gottes handelte, war er vom Geist Gottes erfüllt und konnte sich seiner Sache also ganz sicher sein. Wo ist aber unser Auftrag und wo ist der Geist Gottes?

Unser Auftrag steht in der Schrift. Wir werden an vielen Stellen dazu aufgefordert, einander zu ermahnen, damit wir nicht in der Sünde verharren.

Der Heilige Geist wohnt seit der Bekehrung in uns.

Was benötigen wir also mehr? Mit welcher Begründung verweigern wir den Gehorsam, den Natan so scheinbar ohne weiteres zeigte? Wie kommen wir dazu, die Augen vor der Sünde des Anderen zu verschließen?

Wenn ich den Balken meiner Sünde nicht nur kenne, sondern auch vor dem Herrn bekannt habe, habe ich Vergebung empfangen und kann dieses ‚Rezept‘ auch jedem anderen bringen, der nur einen Splitter im Auge hat. Nichts außer meinem Stolz, meinem Hochmut, meiner Rechthaberei, meinem Eigensinn, meiner Bequemlichkeit und meiner Selbstherrlichkeit hindern mich daran.

Gott hat alles für mich bereitgestellt. Er liefert zu jeder Versuchung auch den Ausgang (1Kor 10,13). Er vergibt mir jede Sünde, die ich ernsthaft vor Ihm bereue (Jak 5,16). Er hat mich zu Seinem Kind gemacht (Eph 5,1). Er hat mich zuerst geliebt (1Joh 4,19). Er führt alles für mich zum Guten (Röm 8,28). Er ist immer da (Hebr 7,25). Er hört immer zu (Joh 9,31 ). Er weiß alles (1Sam 2,3). Er sieht alles (Hi 28,24 ). Er führt unbeirrbar und unabänderlich Seinen Plan aus (Röm 9,11; 1Kor 2,7 ). Ihm allein gebühren alle Ehre, alles Lob und aller Preis (Offb 5,13 ).

Er sagt: „tue es“ und ich sage „nein“. Ich selbst stehe mir im Weg. Meine sündigen Entscheidungen verhindern, dass ich ein Leben in Heiligkeit führe. Daran ist nicht zu rütteln. Gott ist nicht schuld! Gott schläft nicht. Ich will lieber schlafen als gehorchen. Ich will lieber mein altes Leben leben als das neue in Herrlichkeit. Ich bilde mir ein, mehr zu wissen als Er. Ich beruhige mein Gewissen mit einer selbstgebastelten Theologie. Ich verbiege Sein Gesetz. Ich lehne Seine Liebe ab. Ich füge Ihm Schmerzen zu. Ich klage Ihn an. Ich mache mich immer wieder schuldig am Tode Jesu.

Wage es nicht, Gott anzuklagen! Er ist die Gerechtigkeit in Person (Ps 48,11). Er ist die Wahrheit in Person (Joh 14,6 ). Er ist die Liebe in Person (Joh 3,16). Er ist der Richter der ganzen Welt und Er hat jedes Recht dazu (Röm 14,10). Er ist mit allem in Vorleistung getan und ich dämpfe dennoch Seinen Geist in mir. Und Er lässt es zu. Denn ich darf diese Entscheidung treffen.

Und dennoch lässt Er Gnade über Gnade walten und schenkt mir Seinen Segen, damit ich ganz zu Ihm umkehre.

Soli Deo Gloria.

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Über Michael Richter

https://jakobamjabbok.wordpress.com/2010/07/23/zur-person/

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